Überwältigende Nachrichten-Moderation beim SF
Vor einer Woche hat die NZZ am Sonntag einen Streit mit SF-Moderator Stephan Klapproth vom Zaun gebrochen. Dieser sei schwatzsüchtig und ein Kalauerkönig, schrieb Dominik Imseng.
In der heutigen Ausgabe erschien eine Replik von Stephan Klapproth. Sie zeigt, dass das Bild vom lehrerhaften Klapproth wohl nicht ganz falsch ist.
Die NZZaS gibt dem Klapproth noch weiter auf den Deckel, indem sie gleich 20 Leserbriefe zum Thema abdruckt, während die anderen Themen die Volksseele scheinbar weit weniger aufwühlt (Schäuble-Interview sechs, Tieranwalt vier Leserbriefe).
Klapproths Geschwätz mag ja nicht allen gefallen. Was mir aber noch mehr missfällt, ist die Tatsache, dass die NZZ immer weiter in den Kernbereichen von klatschheftli.ch mitmischt. Dabei sind doch wir die, die Missen und TV-Moderatoren in die Pfanne hauen. Der NZZ überlassen wir hingegen gerne die griechische Defizitberichterstattung.
Ja, wir sind die berechtigten Fernsehsprecher-Kritiker. Besonders jetzt, in der Zeit von Olympia, sind wir wieder gefragt… Mehr dazu später, wenn es wieder heisst: Hello Vancouver.



Jim
14. Februar 2010, 22:53
Das Zwerglein, dass immer fast zu Implodieren droht?
Mobi
14. Februar 2010, 23:17
Zwerglein passt!
der unmündige Leser
15. Februar 2010, 09:42
Hund Basil. Klammheimlich bei einer neuen Klitsche als Autor eingestiegen, ohne mir Bescheid zu geben?
Fiona Heer
15. Februar 2010, 14:52
Klappi ist geil, der geilste Mann auf Erden, also LASST IHN IN RUHE!
Ausserdem ist es einer der letzten verbleibenden Gentlemen, er hat mir neulich nicht nur die Türe aufgehalten, sondern mir auch noch in den Mantel geholfen!
Bei all dem männlichen Kraut, das sonst durch das Lande taumelt, wird einem fast übel…
Grosse Ausnahme: Klappi!
Klappi Forever, I love you, we love you!
Fiona und Fanclub Zürich
Bo
16. Februar 2010, 13:37
Also seine Replik auf Imseng hat mir den Klappi gleich ein Stück sympatischer gemacht. Er scheint jedenfalls nicht auf den Kopf gefallen zu sein…
Paul Buchegger
23. Februar 2010, 09:41
Schlichtungsversuch
Der Hahnenkampf zwischen Klapproth und Imseng liesse sich m.E. doch eigentlich leicht schlichten mit dem kurzen lateinischen Diktum: “De gustibus non est disputandum” (Über Geschmack lässt sich nicht streiten). Ist das wohl kurz genug für Herrn Imsengs Geschmack?
Zu Herrn Imseng: “Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück”. Ob Sie nach Klapproths fürchterlichem “Backlash” wohl den Mut finden, nochmals eine primitive Verriss-Kolumne à la Mörgeli in die NZZaS zu schreiben? Bin gespannt.
Der Schlagabtausch zwischen dem rechtslastigen Werbe-Fritzen (Imseng) und dem schöngeistigen, moderat Linken (Klapproth) war doch eigentlich ein Stellvertreter-”Krieg” zwischen SVP und SP, und spiegelte so die klassisch helvetische Rechts-/Links-Blockade, die unser Land in eine trostlose Winterstarre versetzt hat. Wann wird es in der Schweiz endlich wieder Frühling? d.h. wann kehrt endlich Vernunft und der Sinn für das freundeidgenössische Gemeinwohl zurück? Im Grunde sind wir Eidgenossen doch so harmoniesüchtig und hassen den langanhaltenden, unproduktiven Streit aus reiner Profilierungssucht. Denn wir lieben eigentlich den biederen Pragmatismus, mit dem wir über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte gut gefahren sind.