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Stephan Bitterlin

Improvisationstheater und Mr. Gay

Am letzten Samstag war es also soweit. Ich durfte aufs Land fahren, um die Mister-Gay-Wahl 2011 zu besuchen. Das Theater war sehr unscheinbar. Von aussen sah es eher nach einer Lagerhalle aus. Von Innen auch. Gleich zu Beginn: Der Titel ging an den Alten, der zweite Platz an Humpty-Dumpty und der dritte Platz ging an den Exhibitionisten, welcher erneut betonte, dass er sich soooo gerne zeige.

Der neue Mr. Gay Stephan Bitterlin, Jan Smolders (2. Rang) und Philipp Linder (3. Rang).

Der Abend war der Inbegriff von Improvisation: Schon der Backstagebereich war gleichzeitig das Fumoir, die Maske und die Garderobe der Kandidaten. Improvisiert wurde auch während der Show. Falsche Finalisten wurden bekanntgegeben, die Jury brauchte zwischenzeitlich etwas länger, Mikrofone brachten Tinnitus in die Menge. Gross angekündigt wurde eine spektakuläre Bourlesque-Show. Wo diese allerdings war, habe ich nicht herausgefunden. Okay, ziemlich früh war ich eh schon erblindet:

Hard Ton(ne) aus Italien inszenierte seinen Titel «Earth Quake» (wie passend...).

Auch Cervelats waren angekündigt: Anita Burri, Linda Fäh, Drag-Queen Marcy Darcy sowie Stefan Büsser. Keiner dieser Vier fand den Weg nach Luzern. Letzterer habe den Veranstaltern laut eigener Aussage abgesagt, war aber trotzdem auf den Anzeigen zu finden. Dafür war Königin Shawne in der Jury. So schööön.

Nina Burri führte das gesamte Kamasutra in fünf Minuten vor

Während der Show war ich in Gedanken an einem Teich und warf den Enten Brot zu. Das hätte ich nämlich gerne auf die Bühne geschmissen: Ein Kandidat sah ziemlich hungrig aus.

Das grösste Highlight war für mich Nubya. Sie hat gesungen. Interessiert hat mich das aber nicht: Ihre Frisur (oder ist es eine Perücke?) war um einiges besser.

Wir wünschen Stephan Bitterlin jedenfalls viel Vergnügen an der Miss-Schweiz-Wahl, Mister-Schweiz-Wahl, am Swissaward und an sonstigen Promisausen. Vielleicht darf er ja sogar mal den neuen Mister Schweiz treffen.
Insgesamt war der Abend aber trotzdem sehr lustig und unterhaltsam, ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Mit neuen Kandidaten.
P.S:  Lieber Sascha, nun weiss es auch die ganze Schweiz. Man sah alles.

Schwule Mister braucht das Land

Nachdem wir vor drei Wochen die “Auswahl” (haha…) der Mister Schweiz-Wahl kennenlernen durften, folgten vor einer Woche auch die Kandidaten der Mr. Gay-Wahlen. Hier sind sie:

In Regenbogen-Poloshirts und Looney-Tunes-Kreisli zum Mistertitel

Im Vergleich mit den aktuellen Kandidaten der Mister-Schweiz-Wahl sehen wir Unterschiede zwischen den Kandidaten. Nicht nur, dass sie alle ein anderes Poloshirt tragen, wir finden auch die Auswahl recht gut durchmischt. Ein Pluspunkt für die Mister-Gay-Wahlen. Interessant wird es allerdings bei den Fragebogen. Bei der Frage zum Beziehungsstatus sind die Antworten ziemlich verschieden:

Beziehungsstatus: Single wie ein «Werbejingle», man muss viel ausprobieren bis es harmoniert und passt. Wie im wirklichen Leben.

Beziehungsstatus: Single mit Kapazität

Beziehungsstatus: Stilvoller Single mit beiden Beinen im Leben stehend.

Sehr interessant, wie man(n) ein einfaches «Single» umschreiben kann. Der lustige Dichter, welcher ein Werbejingle-Singleleben führt, der Single mit Kapazität (was das wohl heissen mag) und der stilvolle Single (sind Singles sonst ohne Stil?). Das grössere Rätsel ist für uns allerdings der Beziehungsstatus von Philipp Linder:

Beziehungsstatus: keine Angabe

Wieso hat es unter den zehn Kandidaten einen schwarzen Peter, welcher seinen Beziehungsstatus geheimhält? Wie soll denn einer, der seinen Beziehungsstatus geheim hält, andere Menschen zu einem Coming-Out animieren? Wir möchten, dass sich der Philipp nun offiziell outet und zu seinem Beziehungsstatus steht. Die andern können’s auch!

Die meisten Kandidaten erzählen, dass sie mit dem Titel die Akzeptanz der Homosexualität im Alltag steigern möchten. Nicht so der Philipp. Er möchte den Titel «weil ich gerne modle und mich zeigen will :-)». Schön, dass sein Anreiz für diese Wahl seine exhibitionistische Veranlagung ist. Naja, vielleicht kann er dann nächstes Jahr den aktuellen Mr. Gay, Dominic Hunziker, in den Schatten stellen und beim Supertalent nackt Klavier spielen.

Wir sind gespannt über den weiteren Verlauf der Wahl und bleiben dran!


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