Jetzt ist es also wieder so weit. SFs Sonntagabend-Quotenrenner “Die grössten Schweizer Hits” flimmert wieder in die guteidgenössischen Stuben. Jedenfalls in jene der Heimetli und Betagtenheime. Und die Tradition setzt sich fort.
Stefan Wer? Aha, Stefan Roos. Noch nie gehört. Ist aber auch kein Wunder bei diesem Titel: “Das Herz einer Mutter”. Mehr Schmalz geht nimmer. Und passend zum zuckersüssen Schnulzentext die Ohrenentzündung auslösende Zuckerwattemusik.
Und trotzdem, nichts da von Überraschung. Die angeblich grössten Schweizer Hits sind bekanntlich immer volkstümliche Ohrentorturen, von denen kein urbaner, zivilisierter und halbwegs kultivierter Zeitgenosse jemals gehört hat. Ku-Ku-Jodel lässt grüssen.
Fazit: SF sollte sich ernsthaft überlegen, den irreführenden Titel dieser Sendung zu ändern. Denn mit grossen Hits haben die jeweiligen Siegertitel etwa soviel zu tun, wie unsere Miss bzw. Mister Schweiz mit Bildung. Und doch, eine Vertreterin der jungen Generation hat sich riesig gefreut.
Nein, Francine, nicht der Schlager ist tot, nur seine Anhänger sind es fast. Ob es so etwas wie Progerie auch für die geistig-mentale Entwicklung gibt?

