Sonntagabend, ich gönne mir eine gute Flasche Rotwein. Wein, Weib und Gesang denke ich sogleich und schaue „Die grössten Schweizer Talente“. Soviel zu den Rahmenbedingungen.

Grischta Rigozzi's "Piercing" sorgte für Aufregung (Quelle: SF)
Auftritt Grischta Rigozzi. Hat die sich ein Piercing stechen lassen? Ich gehe auf die Knie und drehe und wende meinen Fernsehapparat – grosse Aufregung in meiner Stube (Wie erkläre ich es den Kindern? Wieso tut sich eine hübsche junge Frau sowas an?)! Irgendwann habe ich dann bemerkt, dass es nur ihr verrutschtes “Cindy-Crawford-Muttermal” war, welches in den grellen Scheinwerfern der Bodensee-Arena bisweilen ein bisschen zu metallisch geglänzt hat. Also zurück auf’s Sofa, durchatmen und geniessen.
In meiner Kindheit gab es im „Spielhaus“ die Sendung von Franz und René. René sagte eigentlich „nüüt“. Nun, der René am Sonntag hat viel gesagt, und je länger der Abend, desto mehr sagte er und war sich „ seiner Verantwortung total bewusst”. Entschuldigung, aber wer solche Musik macht, hat keine Ahnung von Verantwortung (all die armen Kinder in Südamerika – ich sage nur Tournee 97: Brasilien, Chile, Kolumbien – welche plötzlich bei Chihuahua nicht mehr an ein süsses Hündchen, sondern an einen Schweizer Hund denken müssen … Pfui!! – sowas prägt für’s Leben!).

Das ist kein Chihuahua! (Bild: SF)
Aus Solidarität zu den Südamerikanern habe ich mich für den Rest der Sendung versucht, auf Roman Kilchsberger und Grischta Rigozzi zu konzentrieren. Ich bin ja überzeugt, dass der Roman mit der Grischta etwas am laufen hat. Wie die beiden den René zwischenzeitlich ausgebootet und danach miteinander getuschelt haben … Mann-o-Mann. Wenn das die Tami(Flu) und der „Augenbrauenzupfer“ wüssten!
Doch zurück zum Wesentlichen: Der Wein war super! Was war sonst noch? Es gab eine “diplomierte, konzertreife Opernsängerin”, welche sich mangels Ausdruck/-sehen/-strahlung als Busfahrerin verdingt. Es gab eine Schlangenfrau (ausgebildete Tänzerin – Maurice Béjart!), welche sich mangels (tänzerischen) Talents in einem Calida Nachthemd verbogen hat. Es gab einen Feuertänzer, welcher sich mangels (tänzerischen) Talents mit einem coolen Bart und einem coolen Hairstyling ins Finale zündelte.
Die tölpelhafte Andrea Jansen, welche sich lieber bei “Bauer sucht Frau” einen Partner zum Mäuse-, Kühe-, Ziegen- oder Hundemelken besorgt hätte.

Nicht alle Tölpel haben blaue Füsse (Quelle: gallery.sobel.de)
Der Epilady (Wahlberner – obwohl die Berner dies nie offiziell bestätigt haben; Wahlzürcher – liebe Zürcher dies liegt in eurer Verantwortung; Exilwalliser – liebe Walliser Freunde wir verstehen euch), der wieder mal super ausgesehen, nicht gekocht (was macht eigentlich der Weinliebhaber Russo unterdessen?), aber trotzdem nicht geglänzt hat.
Deshalb zum Schluss ein kleiner Abgesang auf die Vergessenen: Die bezaubernde Anthea Beyeler, welche trotz ihres jugendlichen Alters, den Flamenco besser tanzt als DJ Bobo seine spastischen Bühnenbewegungen je performen wird.

Roman und Tami(Flu) - beide in Calida? (Quelle: tilllate.com)
Sowie eine (afroamerikanische) Jugendgang aus Bern (Bümpliz? – war da nicht mal etwas in einer deutschen Castingshow?). René war sich wieder einmal seiner Verantwortung bewusst und fand die Eigenkomposition der Berner Jungs schwach (aber über schwache Eigenkompositionen mag ich mich in diesem Zusammenhang lieber nicht äussern)!
Fazit: Wer “BoBo” heisst, muss auch ein solches haben! Talente waren (fast) keine in Sicht (Ausnahmen: siehe oben). Tami(Flu) – ich leide mit dir! Roman fand nähmlich die “Bewegungen” der Calidalady sehr sexy. Hoffentlich wird von dir in Zukunft nicht Ähnliches verlangt (oder hast du schon ein Calida-Pyjama?). Grischtas Ehemann – Däinä Fräu ischt die (häimlichä) Gönigin der Schwäiz – also bist du der Gönig … aber das ist eine andere Geschichte und will noch besprochen werden … ! Ragazze – Ragazzi – Rigozzi!