Sternstunde Pathologie
Unsere Lieblingsrubrik in unserem Lieblingssatiremagazin SI ist bekanntlich «auf einen Espresso» mit Ringiers grauer Eminenz Frank A. Meyer. Kürzlich hat der selbsternannte Don Quijote im Kampf gegen die weltweit vernetzten Windmühlen sich zu einem älteren, ihm noch halbwegs geläufigen elektronische Medium geäussert: das gute alte Fernsehen. Im Gegensatz zum Internet möchte er das Fernsehen zwar nicht gleich abschaffen, aber darüber herziehen gehört einfach zum guten Ton.
Auf die Frage, was er ins Programm stellen würde, wenn er könnte, antwortet FAM: «Kompetenz, Kompetenz, Kompetenz: politisch, wirtschaftlich, kulturell, im Sport und in der Unterhaltung. Intelligenz, Intelligenz, Intelligenz. überall, auch in den Shows, auch in den Serien!»
Und weiter belehrt er seinen Chef (oder ist das doch umgekehrt?): «Im Übrigen, lieber Marc Walder, sind wir bei den Printmedien ja ebenfalls längst verführt von der süssen Sucht nach dem Seichten». Der ist gut, aus dem Hause Ringier ist der wirklich gut. Soll wohl heissen, dass in der guten alten Zeit Ringiers Druckerzeugnisse zu den Ikonen qualitativ hochstehenden Journalistenschaffens gehörten…
Aber kommen wir zum Fernsehen zurück bzw. zu Roger de Wecks Anspruch auf mehr Relevanz. Wir hätten da eine Idee, die würde nicht nur dem SRG-General gefallen, die würde bestimmt auch Franky Boy begeistern und erst recht unsere Lichtgestalt der elektronischen Medien, den Erfinder von allem (ausser diesem Format hier):

Sternstunde Pathologie funktioniert folgendermassen: unsere Möchtegern-Intellektuellen Frank A. Meyer und Roger Schawinski sitzen sich im SF-Studio während Stunden gegenüber und das täglich.

Da jeder der grössere Hecht sein will, überbieten sie sich gegenseitig mit Eigenlob und damit, was sie alles wissen, was sie schon getan, erlebt, gesagt haben, wen sie getroffen haben, was sie erfunden haben, warum sie die besten sind. Das ist zelebrierte Selbstbeweihräucherung auf höchstem Niveau. Hat zwar weder mit Relevanz, noch mit Kompetenz oder Intelligenz was zu tun, aber den Protagonisten gefällt’s. Das Publikum zappt derweil auf den ausländischen Sendern rum. Aber Quote ist ja vom Teufel, wie uns der Herr Meyer belehrt.





