Annina Polizey
Lange bloss beobachtet, doch jetzt wollen wir uns auch noch kurz einschalten in die Diskussion rund um Annina Freys Stadtpolizei-Bashing. Zugegeben, es ist vielleicht nicht allzu geschickt, auf dem gebührenfinanzierten g&g Blog Luft abzulassen und derart über unsere Hüter des Gesetzes herzuziehen. Bei der Lektüre des nunmehr gelöschten, aber der Nachwelt dank blick.ch erhaltenen Textes beschleicht einen das ungute Gefühl, dass sich hier eine Cervelat-Hofreporterin schon längst selbst der National-Wurst-Gilde zurechnet und folglich eine dem vermeintlichen (aber doch eher inexistenten) Status angemessene Behandlung einfordert.
Und trotzdem müssen wir unserem Nationalhungerturm in dieser Angelegenheit etwas Schützenhilfe leisten.
Marco Cortesi, Sprecher der Zürcher Stadtpolizei, schwelgt wie immer in selbstgerechtem Selbstmitleid. «Ich finde es inakzeptabel, dass sich eine Person von öffentlichem Interesse und mit Vorbildfunktion so unprofessionell gegenüber der Polizei äussert.»
Dann wollen wir doch mal. Erstens bin ich ja keine Person von öffentlichem Interesse. Und Vorbildfunktion hab ich schon mal gar keine. Folglich dürfte mir Herr Cortesi auch nicht übel nehmen, wenn ich hier einmal ein bisschen Klartext rede.
Uniformierte Polizisten und Anstand? Fehlanzeige. Uniformierte Polizisten und Selbstreflexion? Gar nicht möglich, dazu müsste man zuerst das Wort ‘Selbstreflexion’ verstehen.
Noch nie, aber wirklich noch gar nie ist mir ein Zürcher Beamter in einer Verkehrskontrolle mit Respekt begegnet. Immer wird man in diesem arroganten, lehrmeisterlichen, besserwisserischen und v.a. vorverurteilenden Ton herumkommandiert. Und wenn’s hoch kommt, bedienen sich die Uniformträger auch schon mal der Fäkalsprache. Alles steuerfinanziert, wohlverstanden.
Ich lasse mich gerne belehren. Von Leuten, die mir auch etwas beibringen können. Aber nicht von Leuten, die Ihre Frustrationen und Komplexe mit Hilfe einer ‘schicken’ Uniform therapieren.
Mit den Worten Mario Cortesis könnten man also zusammenfassen: «Ich finde es inakzeptabel, dass sich eine Person des öffentlichen Dienstes und mit Vorbildfunktion so unprofessionell gegenüber dem Bürger äussert.»
So, da wir weder gebühren- noch steuerfinanziert sind, wird es für diesen Beitrag auch keine Entschuldigung geben, wie vom SF. Wofür denn auch? Für die Wahrheit?

