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Marianne Schneebeli

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Posthumes Brutzeln auf dem Würstchen-Grill

Es war einmal eine trällerndes Weiblein, das erfreute jung und vor allem alt mit seinen fröhlichen Liedlein und seinem unbekümmerten Schalk.
Des Weibleins Appetit auf Schlemmereien korrelierte in hohem Mässlein mit seinem Appetit auf Öffentlichkeit. Während die Pfündchen frisch froh auf seine Hüftchen purzelten, purzelte Weiblein sich frisch froh durch die Schweizer Redaktionsstübelein. Hier ein Aufsehen erregendes Bildchen, dort ein unter Tränen geschildertes Schicksalsschlägchen und dazwischen immer wieder das Ulknüdelchen aus dem Sonnenstübchen spielend und sich im Blitzlichtgewitterlein suhlend.
Doch eines Tages wurde das sonnige Wetterlein getrübt, zogen böse dunkle Wölklein auf. Das Sensemännchen hatte sich erdreistet, an Weibleins Türlein zu klopfen. Von nun an wurden wir Zeugen eines noch groteskeren Schauspielchens. Das Weiblein trällerte keine Liedlein mehr, es wandelte zwischen zu Tode betrübt und Himmel hoch jauchzend und liess uns fast täglich teilhaben an seinen Freudchen und Leidchen.
Und als der traurige Tag gekommen war und Sensenmännchen unser aller Weiblein zu sich nahm, waren wir alle gar fürchterlich betrübt. Fortan sollten wir also ein Dasein fristen ohne Geschichtlein rund um unser Weiblein – wahrlich eine schmerzliche Vorstellung. Doch weit gefehlt, unser von uns gegangenes Weiblein sollte uns auch aus den ewigen Jagdgründen mit neuen Anekdötchen verzücken.

So wird uns unser Weiblein neulich am Morgen mit verschmitztem Lächeln vom Himmelstörchen aus zugeschaut haben, wie wir verdutzt das Schlagzeilchen seines Hausblättchens lasen.
Das Weiblein, das sich doch so gerne mit ganz jungen Bürschlein zu zeigen pflegte, war schon ganze zwanzig Jährchen lang mit einem anderen Weiblein liiert und hatte diesem gar das Eheversprechen gegeben. Nix Schnäbeli, Schneebeli war’s! Und dem Hausblättchen wurde dieses Bömbchen nun exklusiv gesteckt. Da hat das Weiblein seinem Hausblättchen und dessen Geschwisterlein aber ein tolles Streichlein gespielt! Dafür gibts von uns gleich auch noch ein posthumes Komplimentchen.

Doch zur Versöhnung durfte das Hausblättchen auch exklusiv Einsicht in Weibleins Testamentchen nehmen. Und des Hausblättchens Exklusivität auf derartige Zückerchen dürfte vermutlich ebenso im Testamentchen festgehalten worden sein, weshalb wir uns auch künftig vieler lustiger kleiner Geschichtchen aus dem Leben unseres Weibleins im Hausblättchen und dessen Geschwisterlein erfreuen dürften.

Und wenn das Weiblein nicht gestorben ist, lebt es noch heute.


Freitag, 19. August 2011, 07:00

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