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Linda Gwerder

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Das war sehr herzig

2009 hatten wir die vermutlich dümmste Miss aller Zeiten, 2010 die vermutlich unsympathischste Miss aller Zeiten und derzeit erfreut uns die vermutlich unsichtbarste Miss aller Zeiten. Von Alina Schubkarre haben wir wirklich noch nicht viel gehört oder gesehen. Ein bisschen Unterwäsche-Shootings, das war’s in etwa schon. Eigentlich lobenswert, finden wir.

Alles in allem ist ihr Missenjahr derart langweilig, dass sich unser bevorzugtes Satiremagazin schwer tut, über seine wichtigste Ingredienz zu berichten. Was dabei rauskommt, ist eine wahre Meisterleistung! Hier nur mal ein kleiner Auszug:

Es gibt natürlich noch weitere hochstehende Zitate zu lesen: «Auch die Reise nach Kapstadt war sehr eindrücklich.» «Die Unterwäsche war sehr schön.» «Alles was ich erlebt habe, war einzigartig.» Das sind Sätze, die bohren sich einem ins Gehirn, die regen zwangsweise zum Nachdenken an. Die Aussagen sind so ausdrucksstark, so klar formuliert, die könnten glatt von Xenia stammen!

Es lohnt sich aber, den ganzen Beitrag zu lesen. Er ist so schön abgerundet, so poetisch. Würde uns nicht erstaunen, wenn er es als Gastbeitrag in die gesammelten Schulaufsätze von Linda Gwerder schaffen würde.


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Schüleraufsätze publizieren

Die für uns schönste Bescherung zum Fest liefern unsere Freunde von SI Online. Mit dem letzten Beitrag zu einer Lokalsender-Wettermoderatorin laufen sie zu satirischer Höchstform auf! Schon alleine der Titel ist an Ironie kaum zu überbieten:
«Die Moderatorin wird Schrifstellerin» – klingt das aber bedeutungsschwanger…

Doch wenden wir uns dem Text zu, der so lustig ist, dass man ihn hier eigentlich im Original wiedergeben müsste. Machen wir aber nicht, wir wollen ja auch noch unseren Senf dazu geben.

Das sei ein Kindheitstraum von ihr, hat Linda der SI Online gestanden. Und dann folgt ein erstes Highlight: «Während des Interviews befindet sich Gwerder in einem Kaffee in München, trinkt Chai-Latte und sitzt an ihrem Laptop. Gerade beschreibe sie in ihrem Text die Menschen um sich herum, erklärt sie.» Also was jetzt? Schreibt sie ernsthaft Texte oder gibt sie Kaffee saufend Interviews?

Und dann verrät uns die schriftstellernde Wettermoderatorin, dass sie schon als kleines Mädchen Geschichten geschrieben habe. «Ich beschrieb Alltagssituationen, die Schule, dichtete etwas über Häschen.» Doch jetzt kommt’s: auch diese Geschichten werden ihren Weg in Lindas Buch finden. Wir dürfen uns also nicht nur Signalementsbeschreibungen von zufällig ausgesuchten Münchnern zu Gemüte führen, sondern auch Kindergedichte über Häschen…soo schööön!

Wir haben uns gleich entschlossen, es unserem grossen Vorbild Linda Gwerder gleich zu tun – auch wir werden Schriftsteller. Zu diesem Zweck haben wir unsere Eltern gebeten, uns unsere Unterstufen-Schulaufsätze zukommen zu lassen. Denn genau wie Linda, waren auch wir damals schon wahnsinnig gesellschaftskritisch. Und wir sind es erst noch geblieben.

Ach ja, wann genau das Buch erscheinen soll, weiss die Wetterfee nicht. Sie hat auch keinen Verlag und meint, sie wolle das Buch bis 40 veröffentlicht haben. Heute ist sie 26. Bis dahin werden sich unsere Schulaufsätze tausendfach verkauft haben. Und die «SI» wird tausende realsatirische Beiträge abgeliefert haben.

Die schöne Geschichte kann man hier lesen.


Freitag, 23. Dezember 2011, 12:00

Von Veline, Meteorine und Misslis

Im TV-Land Italien wollen jedes Jahr Tausende junger Frauen unbedingt eine «Velina» werden. «Veline» sind die Moneygirls Italiens, funktionslos und überflüssig. Eine «Velina» darf lächeln, Po, Bauch, Beine und Busen zeigen. Sprechen darf sie nicht. Diejenigen, die sprechen dürfen sind die «Meteorine».

Bild: Andy Rocchelli/Cesuralab/LUZphoto via NZZ

Erst jüngst hat sich ein junger Fotograf wieder dem Veline-Kult unseres südlichen Nachbars angenommen. Er begleitete mit der Kamera die Miss Padania Wahl und zeigt mit seinen Bildern auf, wie Berlusconi sein Volk bei Laune hält:

Titten, Fussball und bezahlbare pasta fatta dalla mamma. Zumindest befriedigt er damit das männliche Publikum. Bei den Frauen braucht es noch einen Tick mehr, Komplimenten zum Beispiel: «Bellezza, du hast so schöne Titten, zeig sie doch am TV. Vielleicht entdeckt dich so ein Fussballstar. Wenn du auch noch mit deinem Popolino… oh dio mio… dein Popo ist so bezaubernd… wenn du auch noch mit deinem Knackarsch wackelst, verschaffe ich dir einen Posten in Brüssel. Schliesslich soll die ganze Welt sehen, welch schöne Frauen wir in Italien halten.»

Ja, und wenn das Staatsoberhaupt statt an barbusigen TV Shows an Bildung spart, dann sind die Bellezze sofort hin- und weg von caro zio Silvios Vorschlag.

In der Schweiz ist das zum Glück ganz anders. Abgesehen davon, dass die Schweiz nicht von einem sexistischen Medienmogul regiert wird, wurden auch die Moneygirls vorläufig auf die Strasse gestellt. Die meisten Kandidatinnen müssen sich nun wohl oder übel als Seite-1-Girls bei Blick verdingen.

Foto: Samuel Wimmer, Blick

In der Schweiz gibt es keine «Veline» (die Vergangenheit von Doris Leuthard interessiert uns hier mal nicht), denn in der Schweiz haben die Frauen seit 1971 etwas zu sagen und deshalb haben wir Missen! Und diese Missen sind in keiner Weise mit Veline zu vergleiche. Denn Missen haben etwas im Köpfchen. Missen wollen später irgend etwas mit Business machen oder mit Geld oder Kulturen. Missen möchten sich für eine gute Sache einsetzen, sie retten zum Beispiel Delfine. Unsere Missen studieren. Die Missen haben in der Schweiz eine wichtige Aufgabe:

In der Schweiz dürfen die Missen auch etwas im TV sagen, wenn auch die Aussagen zuweilen etwas daneben gehen..

…aber Hauptsache sie durften am Staatsfernsehen etwas sagen. Irgend etwas. Etwas Nettes. Aber darauf kommt es ja eh nicht an. Hauptsache das Mädchen ist hübsch, modelt und kann später die während ihres Miss-Jahres aufgebauten Kontakte nutzen, um mal einen Fussballer zu heiraten.


15 minutes of fame

Was macht man als Cervelat-Promi nicht alles, um immer mal wieder in den Medien zu kommen: Man ruft Redaktionen an, wenn man den Flug verpasst hat. Man posiert halbnackt mit seiner neuen Freundin. Man trägt hässliche Taschen oder man ist sonst an jeder Hundsverlochete dabei.

Für 15 minutes of fame tun aber nicht nur Cervelat-Promis ziemlich alles, sondern auch jene, die es werden wollen:

Statt den Ring in die Nüstern zu stecken, steckt man ihn kurzerhand in den Bauch. Oder man verwechselt auch mal gerne eine Garage mit einem Bauernhof, wie uns die Girls und Boys am Casting für den Bauernkalender 2012 eindrücklich vorzeigen.

Bild: Bauernkalender.ch

Einen sehr kreativen Ansatz wählte jüngst auch Linda Gwerder, Wetterfee: Sie lässt sich als Jurorin für den Bauernkalender einspannen und lässt verlauten, dass sie diesen auf ihrem Gäste-WC an die Wand hängen würde!

Sie würde den Kalender also tatsächlich aufhängen! Und das alles nur, um nächstes Jahr eventuell wieder als Jurorin eingeladen zu werden und ihre 15 minutes of fame im Blick zu erhalten:

Ja, wer hoch hinaus will, muss Opfer bringen!


Samstag, 21. Mai 2011, 09:10
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