Dass der Büetzer der Nation momentan (oder eigentlich immer schon) ziemlich viel Stuss redet, sollte unterdessen bekannt sein. Doch was müssen wir nun lesen? Der Kerl ist auch noch für eine weitere Plage zuständig. Jawohl… Herr Pfeuti hat die Dumpfbacke Reto Scherrer beim Fernsehen empfohlen.
Wie wir auf a-z.ch lesen, hat sich Herr Scherrer gegenüber der Schweizer Illustrierten wie folgt geäussert:
“Er war ab und zu mein Gast im Radiostudio, daher kannte ich ihn.” Und weil Gölä seiner Sybille, die beim Fernsehen arbeitet, von Reto erzählte, “…rief mich Monika Fasnacht an und sagte, man wolle mich für eine Aussenmoderation testen.”
Uns bleibt aber auch gar nichts erspart. Wir machen uns mal auf weitere Bilder dieser langjährigen Freundschaft gefasst und warten auf das Nationalratsangebot vom Toni an Reto.



Marco Pfeuti ist der Mann für pointierte Aussagen, seien es Liedtexte oder Aussagen in Interviews. Und dass der Herr Pfeuti – besser bekannt als Gölä – ein Verfechter von Faustrecht und der Todesstrafe ist und BLICK-Leser diese Ansichten super finden, wissen wir auch (klatschheftli.ch berichtete). SVP Chef-Gurke Toni Brunner freut’s. Der schlägt dem Marco vor, er solle doch für die SVP in den Nationalrat. Super Idee Toni! Schliesslich und endlich würde das Dream Team so endlich komplettiert werden. Freysinger, Heer, Amstutz, Stamm, Fehr, Giezendanner, Baader, Mörgeli, Reimann, Brunner, Pfeuti! Und der Blocher Christoph will’s ja auch nochmals wissen. Das Dirty Dozen für die grosse Kammer. Mir fehlen die Worte. Zeit, die Koffer zu packen und sich bei Obama wenigstens noch die Illusion von «Change» reinzupfeifen. Top Online hat übrigens die passende Umfrage betreffend den geplanten Staatsstreich schon aufgeschaltet.

Bild: Sandro Diener via blick.ch
Aber damit nicht genug. Lange hat uns der Gölä verschont, aber nun will er zurück auf die grossen Bühnen. Den Schwan haben wir ja noch nicht wirklich verdaut, da kommt the one and only Marco Pfeuti ausgerechnet mit einem Remake dieser legendären mehr bitteren als süssen Schnulze um die Ecke. An seiner Seite The Bellamy Brothers, ihres Zeichens die Experten für Südstaatenschnulzen (bei uns geht dieses Gedusel als Schlager durch). «A swan as white as snow, the memory stings so slow yeahhhh». Und ich bin bis heute davon ausgegangen, Folter sei ein Kriegsverbrechen.
Abschliessend noch zu einer Frage, die die Schweiz in Atem hält: Welcher Typ Vater ist der Marco? Die ist leider nicht eruierbar, fehlen die Definitionen «Büezer», «Rocker», «Kinderbuchautor», «Gewaltbereit» und «Konservativ» allesamt im Zusammenschnitt von Übermama und Tagi-Blog-Hipster Nicole Althaus.
Heute erklärt uns im Blick der Büezer der Nation, Gülä, äh, Gölä, wie er die Schweiz am liebsten hätte.
In bester NRA-Manier findet er, Waffen dürfe jeder besitzen und anwenden, wenn sein Hab und Gut angegriffen werde, Kinder dürfe man hauen (wieso wird er eigentlich nicht müde, dies in j-e-d-e-m Interview erwähnen zu müssen?) und dass man die Todesstrafe wieder einführen soll. Ein waschechter Redneck, unser Herr Pfeuti. Bhüeti Gott.

Nun, das alles für sich ist ja schon recht übel. Was aber noch schlimmer ist, sind die Leserkommentare. Sind bei einem Thema, was die Schweizer Bevölkerung interessiert, nur zwei Kommentar-Seiten gefüllt mit Lesermeinungen, sind es bei Göla deren sechs. Okay, der Mann bewegt die Gemüter. Sollte man meinen. Nicht doch. Die circa 30 Blick-Online-Leser teilen alle des Berners Meinung. Das beunruhigt dann doch schon eher. Sie fordern quasi den Bauarbeiter in den Bundesrat. Ausländer raus und mehr Anstand für die Jugend. Ja. Weil Anstand Kinder kloppen, Engstirnigkeit und Waffenrecht für jeden bedeutet.
Over my cold dead voting hands.

Francine hofft. Sehr sogar. Und das mit Göläs Unterstützung. Nämlich auf den Sieg im Finale der grössten Schweizer Hits von heute Sonntag. Und dann will sie in die Geschichte eingehen. Als letzte Siegerin dieses volkstümlichen Trauerspektakels.
So zumindest interpretieren wir ihre Aussage im Blick: “Ich bin unschlüssig, ob es weitergehen soll”. Sie fragt sich denn auch, “was man sich noch Neues einfallen lassen kann”. Dass der Francine angesichts ihrer musikalischen Schaffenskraft nichts Neues in den Sinn kommt, erstaunt uns nicht wirklich. Von Kindesbeinen an hat sie sich schliesslich exklusiv in Altem, sehr Altem getummelt.
Wir hätten da schon eine Idee: Francine und das Gesülze ihrer Gilde zurück ins Musikantenstadel. Einmal den Schlüssel umdrehen und wegschmeissen. Dann echte Highlights zeitgenössischen schweizerischen Musikschaffens an den Start schicken. Einen coolen Moderator – Marco Fritsche zum Beispiel oder Robin Rehmann – auf die Bühne und eine schlagkräftige, freche Jury. Ich hätte da so einige Vorschläge, angefangen bei Amber Steele…fertig ist die hippe Musiksendung für SF2, und SF1 bleibt frei für Gerontolgie-TV.
À propos Francine: Frühmorgens, meint sie, sollte man mit ihr nicht unbedingt eine intelligente Konversation führen wollen. Wir vermuten, dass dem zu jeder Tageszeit so sein wird.

Am kommenden Sonntag müssen wir die dritte Ausgabe von “Die grössten Schweizer Hits” über uns ergehen lassen. Und wieder stehen vier mehr oder weniger süffige Titel hiesigen Pop-Schaffens einem weiteren volkstümlichen Verbrechen auf Tonträger gegenüber. Letzteres hängt einmal mehr wie ein Damokles-Schwert über unseren Häuptern. Die erste Ausgabe der diesjährigen Schweizer-Hits-Staffel hat uns schmerzhaft vor Augen geführt, welche Abgründe sich auftun, wenn das gemeine Volk zum Hörer greift.
Für vergangenen Sonntag schwante uns Böses, doch unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich – Heureka – nicht bewahrheitet. Warum nur, haben wir uns gefragt, warum nur? Ganz einfach, Gölä blieb der Gruselveranstaltung fern. Was von der Zweitplatzierten Sarah-Jane wiederum nicht sonderlich goutiert wurde. Wobei, was dieselbe sonst noch so zu sagen hatte, war eh an der Grenze der Zurechnungsfähigkeit.
Wie auch immer, die Gölä-Strategie scheint sich auszuzahlen. Deshalb unsere Bitte an die vier hörbaren Nominerten für kommenden Sonntag: Züri West, Myron, Phenomden, Ritschi – bleibt bitte zu Hause. Obwohl – wenn wir es uns genau überlegen – Ritschi kann doch auftreten.
Am kommenden Sonntag geht’s weiter mit dem arrangierten Volksmusik-Triumphzug. Ein weiteres Verbrechen auf Tonträger wird aller Voraussicht nach die vier Quotenrocktitel überflügeln. Und unser Schätzchen der Nation, Francine Jordi, wird sich wieder wahnsinnig freuen, dass ‘ihre Heimat’ erneut oben ausschwang. Und Melanie Oesch kann dann im Montagsblick wieder frohlocken. Der gewohnte Lauf der Dinge.
Heute berichtet der Blick, Gölä weigere sich, am kommenden Sonntag in Kreuzlingen mit seinem nominierten Song “I ha di gärn” live aufzutreten. Offiziell habe Gölä seine Absage mit Zeitmangel begründet. Doch der Blick mutmasst, dass es sich hier um eine weitere Folge der Fehde zwischen Gölä und SF-Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten handle – ausgelöst durch den abrupten Abgang Göläs aus der MusicStar Jury.

Bildquelle: golamusic.com
Wir glauben, dass die Absage einen anderen Grund hat. Einer wie Gölä hat schlicht keinen Bock darauf, wie ein begossener Pudel auf der Bühne zu stehen, während dem sich das Grauen des Abends feiern lässt – Sarah-Jane mit ihrem fürchterlichen Titel “Bliib doch bi mir”.
Heute mit…


…mit Gölä!


Eingesendet wurden die Werke zu unserer Reihe Upside Down Celebrities von Anonym und Anonym – ihr wisst, wer ihr seid.