Long Tail Promis
Wir kommen dem Geschäftsmodell von Ringier immer mehr auf die Schliche. Blick und SI produzieren «People», die dann an GoodNews Konzerten im “VIP” Bereich oder an NRJ Anlässen auf dem roten Teppich erscheinen und anschliessend durch PoolPosition als Moderatoren und Redner angepriesen werden. Also daran ist an sich nichts Neues, das wissen wir schon lange. Was ist dann die neue Erkenntnis? Ganz einfach, die Fokussierung auf den «Long Tail». Für alle, die den «Long Tail» nicht kennen, so sieht er aus:
Der «Long Tail» besagt sehr verkürzt ausgedrückt, dass die Nachfrage nach und die Bedeutung von Nischenprodukten dank dem Internet und den dadurch massiv verringerten Kostenstrukturen immer attraktiver werden (kann das jemand mal FAM erklären?).
Umgedeutet auf Prominenz würde die obige Grafik etwa wie folgt zu interpretieren sein: der linke rote Teil markiert die echten Prominenten. Bei uns in der Schweiz wären das etwa Roger Federer, Bruno Ganz oder H.R. Giger, um nur drei Beispiele zu nennen. Die passen nicht in die Ringiersche Verwertungskette. Alles, was getan werden kann, ist andächtig über ihre Leistungen zu berichten. That’s it. Für die Verwertungskette an der Dufourstrasse also denkbar ungeeignet.
Ganz anders der gelbe Bereich oder eben «Long Tail». Dort tummelt sich unsere Wurstgilde, je weiter rechts, um so mehr hat’s von denen. Dieses Potenzial hat Ringier erkannt und fischt folglich im Teich gaaaanz weit rechts. Aktuelles Beispiel gefällig?
Wir sehen das als eine Art erfolgreiche «Brand Extension». Nach dem durchschlagenden Verwertungskettenerfolg der «amtierenden Freundin vom Mister Schweiz», Daniela Niederer, folgt nun also die Lancierung der «amtierenden Freundin vom Superstar».
Dass es sich hierbei um ein kurzlebiges Geschäft handelt, ist natürlich klar. Die Halbwertszeit von amtierenden Freundinnen ist noch kürzer, als jene von amtierenden Mistern und so. Würde man meinen. Aber, und jetzt kommt das ganz grosse Aber: einmal in Renata Domenica Angehrn Würmlis Kartei, immer auf roten Provinzteppichen. Also kann man amtierende Freundinnen und Ähnliches munter weiter verwerten, und dies ganz ohne Kosten.