Die wärmste Zeit des Jahres ist definitiv vorbei, und wir wagen einen ersten modischen Rückblick. Wir orientieren uns dabei am Miss-Schweiz-Clan.
Christa Rigozzi machte 2010 Batik-Mode wieder salonfähig. Ob sie sich bei diesem Kleid tatsächlich am Kleiderschrank von Chris von Rohr bediente, hat sie bis heute nie bestätigt.

Linda Fäh pushte 2010 den Ärztinnen-Chic. Die Klamotten sollen einen intelligenteren Touch verleihen. Falls dem trotz aller Bemühungen nicht so ist, so werden immerhin männliche Ärztinnen-Fantasien gestillt.

Linda setzte als aktuelle Miss Schweiz einen weiteren Trend: Lange kratzende Schlaberkleider mit groteskem Blumenaufdruck. Eine Kluft mit der man, ohne sich auch nur einmal zu bücken, in jede Sekte aufgenommen werden würde.

Alle, die sich auch nur minimal für Mode interessieren, haben mitgekriegt, dass Schrebergartengrün die In-Farbe des Sommers war. Der Trend wurde von der Missen-Mutter Karina Berger angestossen.

Wir meinen zu diesem modischen Feuerwerk lediglich: Wenn schon ernsthaft über ein Verbot der Burka in der Schweiz diskutiert wird, dann könnte man die Diskussion doch gleich auf weitere Kleidungsstücke ausdehnen.
Noch mehr Outfits für die schwarze Liste der Fashionpolizei findet ihr hier.
Irgendwie waren die Security-Anweisungen der Flight Attendants vor dem Start früher viiiel verständlicher. Vielleicht liegt es am starken Akzent von Stewardööse Rigozzi? Ah, nein, sie sagt ja abwechslungsweise mal gar nix. Und was man bei einem Druckabfall tun muss, wird auch nicht klar. Also da nehm ich doch lieber das Schiff.
Ausgerechnet Christa Rigozzi soll bei “Bauer, ledig, sucht…” kantige Landwirte lehren, wie man liebt! Sie, die selber schon bald nicht mehr ledig sein wird und in ihrem Leben erst einen einzigen Hengst geritten hat.

Hätte es keine erfahrenere Persönlichkeit für die Co-Moderation gegeben, die den Job etwas glaubwürdiger hätte ausüben können? Weshalb hat niemand an Melanie Winiger gedacht? Sie verfügt in den wesentlichen Belangen über einschlägige Erfahrungen, die sie für diesen Job bestens qualifiziert hätten:
1. Winiger hat bewiesen, dass sie mit noch so kantigen Hengsten umgehen kann.

2. Winiger ist sehr wandlungsfähig und kann z.B. problemlos ein naives Huhn spielen.

3. Winiger tut “es” überall – also auch im Stall.

Vielleicht wurde Winiger auch tatsächlich angefragt. Aber sie hat dankend abgelehnt, weil sie für diesen Job wahrscheinlich eh nie einen Oscar bekommen wird.
Heaven knows.
Der Online-Ausgabe der Neuen Luzerner Zeitung zisch.ch konnten wir hoch interessante Erkenntnisse zum grassierenden eidgenössischen Missen-Fieber entnehmen. Keine Geringeren als Jennifer Ann Gerber, Christa Rigozzi und ihr Hoffotograf Giovanni Marchese gaben ihre Weisheiten zum Besten, um das Unfassbare fassbar zu machen.
Jenny macht den Anfang: “Das hat wohl mit der grossen Akzeptanz und dem hohen Identitätswert des Titels zu tun”. Ach so. Fragt sich bloss bei wem. Den Einkaufszentrumsbesuchern, die von ihren Kindern zur Autogrammstunde mit irgend einer Miss oder einem Mister (Ex- bzw. Vize- zählt natürlich auch) geschleppt worden sind?

Dann kommt Christa mit einer schon fast poetischen Erklärung. “In der Schweiz gibt’s kein Königshaus. Die Schönste und der Schönste springen meiner Meinung nach bei uns in diese Art Königsrolle. Vielleicht zusammen auch noch mit dem Schweizer Nationalzirkus Knie.” Das ist ganz grosses Kino! Vermutlich meint die Christa das, weil es zuweilen auch mal ‘Schönheitskönigin’ heisst. Fragt sich bloss, welche Götzen unser Volk von Bauerntölpeln während Jahrhunderten angehimmelt hatten, als es noch keine Missen und Mister gab. Die Parallele zum Nationalzirkus finden wir hingegen wieder sehr treffend: auch Miss/Mister-Wahlen sind bloss ein Affentheater.
Zum Schluss erinnert uns der Intellektuelle Marchese an einen besonders wichtigen Aspekt: “Kommt dazu, dass unsere Amtsinhaber tolle Leistungen erbringen und starke Persönlichkeiten sind.” Zu dieser messerscharfen Analyse gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Ausser vielleicht, dass man z.B. auf klatschheftli.ch zum Thema ‘Missen Dissen’ bzw. ‘Misters Dissters’ bis heute ingesamt 207 Artikel abrufen kann – und da geht es ausschliesslich um die tollen Leistungen und starken Persönlichkeiten unserer Missen und Mister.
Beispiele gefällig?
Wir könnten noch lange weiter machen….
Endlich rückt die vor einem halben Jahrhundert beschlossene Hochzeit von Gio und Chri wieder näher. Die beiden besuchten kürzlich einen Ehevorbereitungskurs (sic!).

Bild: Thomas Buchwalder / SI Online
Kurze Recherchen haben ergeben, dass in solchen Kursen vor allem der Frage nachgegangen wird, ob man wirklich den richtigen Ehepartner gefunden hat.
Oft werden die zukünftigen Eheleute dazu angehalten, sich über die Frage Gedanken zu machen Was erwarte ich von meinem künftigen Ehepartner?
Christa hat sich der Frage offensichtlich eingehend angenommen, wie wir dem folgenden SI-Online-Artikel entnehmen können.
Sie erwartet:
1. eine Hochzeitssuite
2. einen weissen Blumenstrauss
3. ein weisses, mit Perlen verziertes und schulterfreies Hochzeitskleid mit Schleppe
4. eine fünf- oder siebenstöckige Hochzeitstorte
1. einen Eherring (Dezent, mit kleinen Diamanten besetzt, von «Tiffany’s», aus Weissgold. Die Ringe ziert eine Gravur: Bei ihr Gio, bei ihm Chri.)
Was Gio von seiner künftigen Ehefrau erwartet, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.
Wahrscheinlich möchte er seine Christa einfach endlich heiraten, damit er nicht nur als ihr schlechter Hoffotograf wahrgenommen wird, der sich ab und zu mühsam via Selbstauslöser auch mal ins Bild bugsieren darf:

Die neue Spitzen-Kollektion ist da!


Welche Spitze wohl mehr spitz macht?
Woran erkennt man eine wahre Miss Schweiz?
Wenn Sie ihr Krönchen sogar eintätowieren lässt. So geschehen und gesehen bei Christa Rigozzi:

Bild: SF
Wahrhaftig wahr!

Fotograf: Giovanni Marchese

Fotograf: Giovanni Marchese
Mit diesen beiden Fotos im Freizeitmagazin MORE legte Giovanni Marchese den Grundstein für seine Fotografen-Karriere.
Denn während Christa so durch die Deutschschweiz tingelt, ist der arme Giovanni im besten Fall als Anhängsel dabei. Aber normalerweise dekoriert er die Sonnenstube der Schweiz.
Das kann dog nigte sein, muss sich Christa gesagt haben und dachte sich für ihren Langzeitverlobten etwas aus: Giovanni soll fotografieren.
Giovanni Ja-und-Amen gehorchte und so kommen wir nun in den Genuss so richtig gelungener klatschheftli.ch-Fotos – unscharf, schlecht ausgeleuchtet und abgeschnitten!
Giovanni, du bist viel zu talentiert fürs MORE, du solltest nur noch für’s klatschheftli.ch fotografieren. Unseren Fotografiestil tüpfst du genau! Überleg’s dir, Tesoro, das Angebot steht…