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Cécile Bähler

Von Veline, Meteorine und Misslis

Im TV-Land Italien wollen jedes Jahr Tausende junger Frauen unbedingt eine «Velina» werden. «Veline» sind die Moneygirls Italiens, funktionslos und überflüssig. Eine «Velina» darf lächeln, Po, Bauch, Beine und Busen zeigen. Sprechen darf sie nicht. Diejenigen, die sprechen dürfen sind die «Meteorine».

Bild: Andy Rocchelli/Cesuralab/LUZphoto via NZZ

Erst jüngst hat sich ein junger Fotograf wieder dem Veline-Kult unseres südlichen Nachbars angenommen. Er begleitete mit der Kamera die Miss Padania Wahl und zeigt mit seinen Bildern auf, wie Berlusconi sein Volk bei Laune hält:

Titten, Fussball und bezahlbare pasta fatta dalla mamma. Zumindest befriedigt er damit das männliche Publikum. Bei den Frauen braucht es noch einen Tick mehr, Komplimenten zum Beispiel: «Bellezza, du hast so schöne Titten, zeig sie doch am TV. Vielleicht entdeckt dich so ein Fussballstar. Wenn du auch noch mit deinem Popolino… oh dio mio… dein Popo ist so bezaubernd… wenn du auch noch mit deinem Knackarsch wackelst, verschaffe ich dir einen Posten in Brüssel. Schliesslich soll die ganze Welt sehen, welch schöne Frauen wir in Italien halten.»

Ja, und wenn das Staatsoberhaupt statt an barbusigen TV Shows an Bildung spart, dann sind die Bellezze sofort hin- und weg von caro zio Silvios Vorschlag.

In der Schweiz ist das zum Glück ganz anders. Abgesehen davon, dass die Schweiz nicht von einem sexistischen Medienmogul regiert wird, wurden auch die Moneygirls vorläufig auf die Strasse gestellt. Die meisten Kandidatinnen müssen sich nun wohl oder übel als Seite-1-Girls bei Blick verdingen.

Foto: Samuel Wimmer, Blick

In der Schweiz gibt es keine «Veline» (die Vergangenheit von Doris Leuthard interessiert uns hier mal nicht), denn in der Schweiz haben die Frauen seit 1971 etwas zu sagen und deshalb haben wir Missen! Und diese Missen sind in keiner Weise mit Veline zu vergleiche. Denn Missen haben etwas im Köpfchen. Missen wollen später irgend etwas mit Business machen oder mit Geld oder Kulturen. Missen möchten sich für eine gute Sache einsetzen, sie retten zum Beispiel Delfine. Unsere Missen studieren. Die Missen haben in der Schweiz eine wichtige Aufgabe:

In der Schweiz dürfen die Missen auch etwas im TV sagen, wenn auch die Aussagen zuweilen etwas daneben gehen..

…aber Hauptsache sie durften am Staatsfernsehen etwas sagen. Irgend etwas. Etwas Nettes. Aber darauf kommt es ja eh nicht an. Hauptsache das Mädchen ist hübsch, modelt und kann später die während ihres Miss-Jahres aufgebauten Kontakte nutzen, um mal einen Fussballer zu heiraten.


Von

Hollywood geschockt!

Ein Aufschrei des Entsetzens geht seit letztem Sonntag durch die internationale Filmwelt. Diese trauert über den Abgang einer Ausnahmekönnerin, einer der ganz Grossen in der schauspielernden Gilde: Ex-Vize-Miss Xenia Tchoumitcheva hängt ihre Bilderbuchkarriere als Schauspielerin an den Nagel. Dabei war sie doch gerade erst auf dem Höhepunkt angelangt.

Xenia am Filmset

Dem Blick gegenüber meinte sie nun: «Meine Schauspielkarriere habe ich beendet. Ich habs in Hollywood und New York probiert, aber da gefiel es mir nicht. Zu oberflächlich, ich ziehe die intellektuelle Herausforderung vor.»

Das verstehen wir natürlich gut. In solchen Metropolen herrscht intellektuelles Ödland vor. Gerade in New York ist Intellekt schiere Mangelware. Wohlan, auf zu neuen Ufern. Und Xenia wandert wieder mal aus, nachdem sie im letzten Jahr schon in das verhasste New York gezogen war, gehts jetzt wieder nach London, um das Dasein als Starbankerin aufleben zu lassen. Denn, wie der Blick weiter schreibt, kennt sich Xenia in der Welt des Geldes aus, hat sie doch 2007 in London ein Praktikum absolviert.

Das ist wie Cécile Bähler, die nicht genügend oft betonen kann, sie habe bei der SonntagsZeitung ein Praktikum absolviert, ergo Topjournalistin. Und Amanda Ammann ist nach ihrem Praktikum in Manila Spitzendiplomatin. Schon beeindruckend, was unsere Missenzunft zu bieten hat.

Was Xenia betrifft, dürfen wir uns ihrer Präsenz wenigstens noch an den Wochenenden erfreuen: «An Wochenenden werde ich in der Schweiz als Model, Moderatorin und DJ arbeiten.» Mit Betonung auf arbeiten. Kleiner Tipp von uns: wer in der Londoner Bankenwelt Erfolg haben will, startet im sog. ‘sweat room’. Dort kennt man Wochenenden nur vom hören sagen.


Verliebt, verlobt, single

Der Frühling ist noch nicht mal da und schon decken Blick und 20min auf, dass sich Hinz und Kunz verloben:

Blick ist in seiner Geschichte wie immer auch schon einen Schritt weiter:

Dafür schickte Piero die Fotos von seiner Verlobung gleich selber an 20minuten.ch. Schliesslich musste es schnell gehen, trägt doch seine Flamme bereits seit 7 Monaten einen neuen Pierolino im Bauch. Und überhaupt, heiraten wollte Piero ja schon letztes Jahr, denn verliebt war er schon im Dezember 2009, damals wusste er nur noch nicht in wen. Oh, Spirito Santo!
Nun hat’s also doch geklappt und seine Frischverlobte heisst Denise, ist 22 Jahre alt und laut 20min angehende Kindergärtnerin. Dies übrigens nicht nur, weil sie im Begriff ist den lebenden Kindergarten zu heiraten. Ob ihr das bewusst ist?

Aber kommen wir zurück auf die Verlobungs-Fotos: Als Coiffeur hatte Piero schon immer ein Herz für Kleingewerbler. Tief in seinem Herzen ist er nämlich ein Guter. Deshalb heuerte er wohl auch das letzte lokal ansässige Fotogeschäft in Arosa, dem Ort des Geschehens, an, um diesen populärkulturellen Meilenstein zu dokumentieren: Meine Damen und Herren, geniessen Sie Pieros Verlobung in Bildern.

Bilder: Foto Homberg(er) via 20min

An dieser Stelle wollen wir nicht weiter auf die Fotos eingehen. Allerdings ist eine weitere Expertenmeinung zu Pieros Verlobung bereits in Arbeit und erscheint in Kürze hier bei klatschheftli.ch…


Samstag, 05. Februar 2011, 08:38
Kategorie: Frauen, Männer

Wir sind Journalisten

Kürzlich feierte sich die Szene wieder selbst. Es fand zum vierten Mal eine Talentshow im Zürcher Club Moods statt. Interessant daran war, dass nebst Ava Duena fast nur Journalisten mitmischten:

Cécile Bähler moderierte, MvH, Fabienne Heyne und Jennifer Hurschler jurierten und Stefan Büsser gab «erste Einblicke» in seine Show als Stand-up Comedian.

Sie fragen sich nun, was das mit Journalisten zu tun hat? Haben Sie sich das nicht schon bei Shawne Fielding («writer, commmentator») und Piero Esteriore («Verleger und Chefredaktor von iNews») gefragt? Die Antwort ist einfach: der neue Modeberuf im Cervelatolymp ist «Journalist»!

Moderatorin Cécile Bähler ist nicht nur Wetterfee, sondern auch Journalistin, wie es im SI-VIP-Steckbrief heisst: « Journalistin und Moderatorin […] Ihre journalistischen Kenntnisse vertieft sie Anfang 2010 mit einem dreimonatigen Praktikum bei der “Wissen”-Redaktion der SonntagsZeitung.»

Jurorin Fabienne Heyne wurde an der Talentshow von ihrer Berufskollegin als «Journalistin und angehende Lehrerin» eingeführt. Lehrerin wofür? Für «Die richtige Ernährung»? Sie sieht nämlich wieder deutlich gesünder aus. Vielleicht lag das aber auch an ihrer neuen Dauerwelle, die ihrem kleinen Kopf wieder etwas mehr Volumen gibt.

Jurorin Jennifer Hurschler ist ja bereits Wirtschaftsexpertin und Kommentatorin, da ist es natürlich nur ein Katzensprung zur Journalistin.

Juror MvH, der einzige Journalist, der sich lieber Stilkritiker nennt und von der SI mit dem einzigen Satz, mit dem man als People-Journalist in der Schweizer Illustrierten zitiert werden möchte, auch zitiert wird: «Ich bin der Einzige in der Schweiz, der intelligenten People-Journalismus macht».

Da wir klatschheftli.ch-Autoren keine Journalisten sind, hat seine Aussage sogar etwas Wahres. Obwohl er sich bald mal überlegen sollte, in sein Berufsportfolio auch «Comedian» aufzunehmen: zum einen wegen seiner Place-To-Be-Moderation, zum andern wegen seinen besseren Pointen, als denjenigen des eigentlichen Komödianten des Abends, Stefan Büsser.

Stefan Büsser, das «Ringier-Kind», wie ihn die Moderatorin und Journalistin Bähler nannte, startete einst beim Blick als Praktikant (also als Journalist), arbeitet nun als Ringier-Energy-Moderator und ist in der Szene heiss geliebt. Doch nun möchte er sich als Stand-Up-Comedian beweisen. Folgend ein kurzer Ausschnitt von seinem Talentshowauftritt:

Es ist erstaunlich, dass seine Premiere im Kaufleuten bereits ausverkauft ist. Aber wenn die ganze «Neo-Journalisten-Szene» kommt und die, über die er mal geschrieben hat und die, über die er auf Energy mal was erzählen soll, dann ist die Bude halt schnell voll. Schliesslich kam auch Mr. Da-Nos nur an die Talentnacht, um den Stefan zu sehen, wie er ihm selber nach der Show gesülzt hat.

Obwohl uns Stefan mit seinem Live-Auftritt nicht ganz überzeugen konnte, ist es vielleicht tatsächlich besser, wenn er Comedian wird und das Journalist sein bleiben lässt:

Seid wann schreibt man seit? Das hätte der Piero als Chefredaktor vom iNews also auch noch hingekriegt.


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