Keine Venedig-Ferien für Bich-Tien Ton
Roger Köppel, selbsternannter Elfjähriger (siehe Bildlegende), positioniert sich in der aktuellen Weltwoche wieder marktstrategisch als Chauvinist. Seine Empörung richtet sich auf die ABB-Chefin Jasmin Staiblin, die ausgerechnet mitten in Finanzkrisen ein Kind gebar. Frauen mit Kinderwunsch gehören nicht in Chefsessel, will uns Köppel weismachen. Ihre Rolle sei es, zu Hause zu bleiben und Klatschheftlis zu lesen.
Steckt in diesem Artikel nicht auch eine Botschaft an Köppels Gattin, die ebenfalls demnächst gebären wird (klatschheftli.ch berichtete)? Will er etwa schon jetzt klarmachen, dass er als verantwortungvoller Chef unmöglich regelmässig zu Hause beim kleinen Schreihals sein kann, vor allem jetzt nicht, mitten in der Finanzkrise?
Besonders ein Abschnitt deutet stark auf die versteckte Botschaft hin:
Geben wir uns keinen Illusionen hin: Kein Mann in vergleichbarer Stellung könnte es sich erlauben, in einer ähnlich heiklen wirtschaftlichen Situation seine Firma aus persönlichen Gründen zu verlassen. Der Chef will mit seiner Frau für zwei Monate nach Venedig verreisen, um die angeschlagene, scheidungsgefährdete Beziehung romantisch aufzurüsten? Seine Vorgesetzten würden ihn für verrückt erklären.
Bich-Tien Ton, vergiss den gemeinsamen Urlaub in Venedig. Aber Kopf hoch: Vielleicht organisieren wir ja mal ein klatschheftli.ch-Reisli dorthin.
