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Sepp und Moritz

Sepp macht Unterhaltung. Der Unterhaltungs-Sepp veranstaltet nicht nur die Fussball WM, er unterhält uns auch immer wieder mit seinen pathetischen Statements. Von einer besseren Welt und so. Erst neulich hat er sein visionäres Talent einmal mehr unter Beweis gestellt, als er den Südafrikanern Zürich als “boring, boring, boring” schilderte. Wie recht er damit haben sollte, hat Zürich letzte Woche eindrücklich bewiesen: tonlose WM-Spiele am TV sind verfügt worden. Das ist doch mal eine weltstädtische Ansage!

Doch jetzt zu Moritz. Moritz macht auch Unterhaltung (nicht nur pantomimische, wie auf diesem Bild), ungewollt und mindestens so bizarr, wie jene von Unterhaltungs-Sepp. Seit Jahren rührt er uns als Hofnarr unseres bundesrätlichen Komödiantenstadels zu Tränen – nicht solchen der Freude, wohlverstanden.

Bild: Béatrice Devènes

Einmal mehr hat Unterhaltungs-Moritz zugeschlagen: “SRG hat SVP stark gemacht”, so der Unterhaltungsminister gemäss SonntagsZeitung vom 30. Mai 2010. Die ach so bösen Medien würden aktiv ins politische Geschehen eingreifen. Und die noch bösere SRG habe stets die SVP in die Arena eingeladen und ihr so zum Erfolg verholfen.

So, jetzt wissen wir es. Oder anders gesagt: jetzt weiss der von Unterhaltungs-Moritz’ Gnaden gewählte neue SRG-Generaldirektor, was zu tun ist. Wir frönen der demokratisch pluralistischen Gesellschaft i.S. unseres Unterhaltungsministers.

Womit wir wieder bei Unterhaltungs-Sepp wären. Der hat neulich irgend so eine Genfer Ehrung entgegengenommen. In der dazugehörigen Pressemitteilung erweisen sich Sepp und seine FIFA einmal mehr als visionäre Propheten:

It’s time to say goodbye, Moritz!


Montag, 31. Mai 2010, 12:46
Kategorie: Männer, Politik, TV
  1. HP Hugentobler

    31. Mai 2010, 21:08

    Das “ehemalige” wäre ja schon richtig, auch wenn BR Leuenberger noch im Amt ist. Der Bundespräsident ist er ja nicht mehr. Eventuell schafft er noch eine Amtszeit. Aber der Fehler liegt eher darin, dass der Bundespräsident kein Staatsoberhaupt im eigentlichen Sinne ist.

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  2. BJ Hyatt

    31. Mai 2010, 21:15

    @HP Hugentobler: das stimmt natürlich…aber eben, wer ist bei uns eigentlich das Staatsoberhaupt? Zurzeit Pascale Bruderer? Oder doch eher Doris Leuthard? Oder jeder BR für sich selbst? Völlig unklar, und darum die kleine Belustigung…

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  3. Herr Steiner

    31. Mai 2010, 21:33

    Habe den Artikel nicht gefunden, finde es auch schwer vorstellbar, dass der gute Leuenberger einen solchen “Chabis” erzählt. Man hat ihm aber in der aktuellen “Arena” angemerkt, dass er den Reto Brennwald ein bisschen doof findet. Episch war auch, als sich der Moritz nicht entscheiden konnte in welche Kamera er nun linsen soll. Link zum SZ Artikel?

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  4. BJ Hyatt

    31. Mai 2010, 22:19

    @Herr Steiner: hier der Originaltext (nur für Abonnenten…):-(

    Leuenberger: SRG hat SVP stark gemacht

    FRAUENFELD An der Delegierten­versammlung der SP Schweiz kri­tisierte Bundesrat Moritz Leuen­berger die Medien scharf. Sie würden im gegenseitigen Ringen um Einschaltquoten öffentliche Empörung schüren. Dies zeige das Beispiel der Burka­-Debatte.

    Die Medien würden so aktiv in das politische Geschehen ein­ greifen. Mit fatalen Folgen: «Die Minarette waren nie eine Gefahr in der Schweiz – die jetzt an­genommene Initiative schon eher», sagte der Medienminister.

    Besonders hart ins Gericht ging Leuenberger mit der SRG. Die «Arena» habe stets die SVP ein­geladen und ihr so zum Erfolg verholfen. Effekthascherei erhöhe zwar die Einschaltquoten, doch das Fernsehen übernehme so die politische Traktandenliste einer kleinen Minderheit und blähe sie mit ihre medialen Macht auf. «Das ist journalistisch äusserst fragwürdig», sagte Leuenberger.

    Die SP­-Delegierten verabschie­deten eine Resolution zur Ein­führung einer öffentlichen Kran­kenkasse im Stil der Suva. Die Einheitskasse sei der Weg zu zahlbaren Krankenkassenprä­mien. Bei der Mindestlohn­-Initia­tive entschied die SP, das Mini­mum bei 22 Franken pro Stunde festzulegen.

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  5. Herr Steiner

    31. Mai 2010, 22:42

    Wow, nicht genug, dass der Moritz in diesem Interview das diplomatische Gespür einer tibetanischen Bergziege aufweist, sondern stellt er mit seinen Äusserungen gerade mal kurz die ganze CH Politik ins Abseits.

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  6. Svenja

    1. Juni 2010, 09:50

    @Steiner: warum denn die armen “tibetanischen” Bergziegen bemühen? Richtig wäre erstens “tibetisch”, und zweitens gibts genügend einheimisches Vieh, das für Ihren Vergleich taugen würde.

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  7. Herr Steiner

    1. Juni 2010, 20:17

    Liebe Svenja. Du hast natürlich recht, ich gebs zu, ich habe Mühe mit korrekter Rechtschreibung, möchte aber einwenden, dass der Moritz kein Berner Sennenhund ist. Bei Geburt getrennt? Moritz? hm

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