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Saufen statt beten

Interessantes haben wir neulich dank der Thurgauer Zeitung zu einem der zwölf Mister-Schweiz-Kandidaten, dem Mostinder Fabian Introvigne, vernommen. Nicht nur, dass die Teilnahme an der Mister Schweiz Wahl ein Bubentraum von ihm gewesen sei (also wir träumten früher noch von Pilot, Krankenschwester, Astronaut, Tierärztin und so), nein, er war auch Mitglied einer Freikirche namens Morija. Nicht zu verwechseln mit Mojito, wohlbemerkt.

Letzteres ist seine Privatsache, aus der er auch nie einen Hehl gemacht hat. So weit, so gut. Es ist uns auch ziemlich egal, ob die rund 100 Mitglieder zählende Freikirche nun eine Sekte sein soll, oder nicht.

Was uns allerdings ziemlich amüsiert hat, ist die Tatsache, dass Fabian jetzt aus der elterlichen Freikirche ausgetreten ist. Begründung: «Ich will wissen, wie andere leben. Ich will in den Ausgang gehen und Leute kennenlernen.» Fertig beten, jetzt wird auf den Putz gehauen. Verständlich auch bei seinen gerade mal 20 Lenzen.

Und was uns an der Geschichte am meisten fasziniert, ist die Entdeckung unseres neuen Geschäftsmodells. Fabian meint zwar zum Sektenvorwurf: «Die Morija ist eine kirchliche Verbindung. Eine Sekte versucht, die Leute auszunehmen. Das tut unsere Gemeinde nicht.» Das klingt nach hehren und edlen Zielen. Doch vernehmen wir auch Folgendes: “Die Spenden der Mitglieder reichen aus für den Betrieb der Gemeinde und den Unterhalt der sechsköpfigen Familie Introvigne.”

Heureka! Wir gründen eine Freikirche. Zum Beispiel mit dem Namen ‘Whiskey Cola’, offen für alle Ex-Missen und Mister, Ex-Vize-Missen und Mister, Ex-Missen/Mister-Wahl-Teilnehmer/innen etc. Unsere Vision: die Mitglieder im Glauben lassen, ja gar darin bestärken, sie seien für unsere Gesellschaft von Bedeutung. Und von den Spenden werden wir bis ans Ende unserer Tage glücklich gelebt haben.

Ganz im Sinne der Losung von Morjia

wollen auch wir uns in Demut ergeben:


Freitag, 25. Februar 2011, 07:00
  1. el rey

    25. Februar 2011, 15:15

    Laut St.Galler Tagblatt bietet diese “Freikirche” auch “Heilungsabende”, wo man durch “Glaubenskraft” von allen möglichen Leiden geheilt wird.

    Tja, Honni soit qui mal y pense

    Da bin ich doch gerne ein Schelm…

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  2. Sandra

    25. Februar 2011, 16:45

    Freikirche oder Landeskirche, was ist der Unterschied? Sie funktionieren alle auf Heilsversprechungen resp. angst machen und die entsprechende Lösung dazu. Gratis ist das natürlich nicht.

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  3. gina

    27. Februar 2011, 01:35

    na loooos, zahlen!!!! dann kriegt ihr auch einen schönen fensterplatz im himmel….

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  4. Luusbueb

    27. Februar 2011, 18:47

    @Sandra: Hmmm… neeeei nid so ganz. Da ha ig es paar unschöni Biischpiu dörfe mit aaluege. In der Freikirche versucht man nach der Bibel in der Gegenwart zu leben und dabei werden die eigenen egoistischen Wünsche natürlich auszublenden. Somit passiert es nicht selten, dass man sich so durchs Leben poppt oder von den Anderen ziemlich viel fordert. Den Zurückgebliebenen wird anschliessend eine Verzeihungsunfähigkeit und Egoismus vorgeworfen. Somit liegt es eigentlich nahe, dass einige Cervelat-Promis auf diesen Zug aufgesprungen sind, da es ja sooooo schön zu ihrer Lebensweise passt. Einige sind ja schon bei SF angestellt und moderieren eine Sendung. Nun… Die sind weitaus schlimmer als die Wasserprediger. Letztere haben noch eine Portion Demut.

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