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Die Leiden des dummen Wärters

Seit vergangenem Wochenende ist er wieder in aller Munde: Christoph Meili, ehemaliger UBS-Wachmann, welcher angeblich eine Schlüsselrolle in der Holocaust-Gelder-Affäre Ende der Neunziger Jahre gespielt haben soll, kehrt in die ach so böse Schweiz zurück. Wie ausschlaggebend jene von Meili sichergestellten und den amerikanischen Untersuchungsbehörden übergebenen Dokumente wirklich waren, sei dahingestellt. Ich behaupte mal, dass Meili und seine Akten den selbsternannten egomanischen ‘Schweiz-Bashern’, Senator d’Amato und Rechtsanwalt Fagan (beide mittlerweile in Skandale verstrickt und in der Versenkung verschwunden) lediglich Mittel zum Zweck waren, um ihre Selbstinszenierung zu zelebrieren.

Meili aber sah sich als Volksheld, verteufelte die Schweiz und deren Finanzplatz, genoss die mediale Aufmerksamkeit für seine Person und verabschiedete sich mit Sack und Pack nach Übersee. Im gelobten Land angekommen, erfreute er sich anfänglich grosser Beliebtheit und Unterstützung. Man ermöglichte ihm den Zugang zu einem Universitätsstudium, unterstützte ihn finanziell. Auch für ihn sprangen ein paar Hundertausend heraus, nachdem der Vergleich mit den Schweizer Banken unter Dach und Fach war. Doch was hat er gemacht aus dieser günstigen Ausgangslage, der selbsternannte Moralapostel?

Nichts. Weniger als Nichts. Und das im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Studium? Zu anstrengend. Oder wohl schlicht zu anspruchsvoll. Familie? Abgehauen. Mit einer neuen Partnerin liess er sich in Kalifornien nieder und zeugte ein weiters Kind. Doch sein Drang nach Selbstinszenierung ging unablässlich weiter. Und so kam Meili auf die geniale Idee, sich vor der Webcam über Politik, Wirtschaft, die USA und die Schweiz, Konzerne und die Familie seiner Ex auszulassen. Das alles war vor ca. einem Jahr auf YouTube zu bestaunen. Meilis Auftritte waren derart grotesk, dass ich mich kaum sattsehen konnte. Seine Aussagen standen jedwelchem dadaistischen Pamphlet in nichts, aber auch gar nichts nach.

Als ich am Sonntag die Nachricht seiner geplanten Rückkehr in die Schweiz erfuhr, erinnerte ich mich umgehend an diese filmischen Zeitdokumente. Gerne hätte ich Sie hier teilhaben lassen an den Meilischen Analysen, seinen Aussagen zu seinem Geburtsland und zu den unsäglichen Vorzügen des ‘American Way of Life’ (teilweise gefilmt im eigenen Outdoor-Jacuzzi…). Doch daraus wird leider nichts. Die wohl einzige verbliebene Hirnzelle des Protagonisten reichte scheinbar aus, um den Widerspruchs-Gau zu verhindern. Also noch schnell die polemischen Spuren vernichten, bevor man sich in der Schweiz zurückmeldet – vollkommen abgebrannt, wohlverstanden.

Drei solche Zeitdokumente neueren Datums existieren allerdings noch, und die möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Beginnen wir mit Meilis Kommentar zum Präsidentschaftswahlausgang vom vergangenen November. Jene, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, kann ich beruhigen. Sie verpassen nichts. Die Aussagen von Meili sind einmal mehr nur bescheuert. Und dass er nunmehr euphorisch den Sieg von Obama feiert, obwohl er in einem früheren Video über eben diesen hergezogen ist und sich energisch für den Kandidaten Ron Paul in Szene gesetzt hatte, kann leider nicht mehr verinnerlicht werden, weil auch dieses Video von Meili gelöscht worden ist. Übrigens: Englisch kann er auch nicht – und das nach 11 Jahren Aufenthalt in den USA.

Die weiteren ‘Meili-Highlights’ gibt’s hier:

Meili zu den amerikanischen Wahlen, bzw. zu seinem neuen Zuhause in den USA, also noch vor seiner Heimkehr. Beachtenswert am zweiten Beitrag ist übrigens Meilis Aussage ganz zum Schluss. Immerhin sagte er gegenüber dem SonntagsBlick, dass er eines auf keinen Fall will: Unterstützung vom Staat.

Wir werden sehen, was aus ihm wird, wenn er zurück in der verhassten Schweiz ist. Einen Tipp hätte ich aber schon mal: kann gut sein, dass der Teutonen-Schaumschläger Steinbrück geeignete schweizerische Manipuliermasse für seine heimische Versager-Vertuschungskampagne benötigt. Wer in aller Welt würde sich besser eignen, als Christoph Meili?


Sonntag, 29. März 2009, 22:53
Kategorie: Männer, Politik
  1. wäutklass

    30. März 2009, 13:15

    legendärer titel!

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  2. Kurt von Stauffen

    30. März 2009, 19:11

    Hey, fast so spektakulär wie Erich von Däniken.
    Titel gefällt mir; obwohl Goethe würde sich im Grab -aber das ist ein anderes Thema.

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  3. Katjka

    31. März 2009, 13:08

    Titel wirklich grossartig!

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  4. [...] nun da die Wogen über Christoph Meilis Rückkehr wieder etwas geglättet sind – vorderhand zumindest – möchten wir Ihnen ein kleines Schmankerl aus [...]

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