Die Chefin
Gestern morgen hätte sich um ein Haar der in meiner Mundhöhle steckende Morgenkaffee über die vor mir ausgebreitete SonntagsZeitung ergossen, als ich eine kleine Randnotiz zur Stadtzürcher Mobilitäts-Blockierein Ruth Genner las. Angeblich soll sie an einer Zürcher Tramhaltestelle einen Strassenwischer angesprochen haben und zwar mit den tief greifenden Worten “Ich bin die Chefin”.
Wie peinlich ist das denn? Leidet die Gute etwa an einer unter Politikern und Politikerinnen weit verbreiteten Profilierungsneurose? Oder ist sie gar auf vor weihnachtlichem Liebesentzug?
Nach einem ersten Anflug von Fremdschämen konnte ich solchem feudalgesellschaftlichem Gehabe aber doch noch etwas Gutes abgewinnen, birgt es doch ein gewisses Potenzial, um unsere Verkehehrsverplanerin bei Laune und beschäftigt zu halten, ohne dass noch mehr Geschirr zerschlagen wird.
Ruthli könnte doch die gefühlten 17’837 Zürcher Baustellen besuchen und sich jeweils vor den Bauarbeitern mit den Worten “ich bin die Chefin” aufplustern. Danach könnte sie sich umdrehen und den staugeplagten Automobilisten Flyer verteilen – Flyer mit dem Aufdruck “Ich bin die Stau-Chefin”.
Zu guter Letzt könnte Ruth Genner die Unmassen zweckentfremdeter Parkplätze aufsuchen und sich jeweils für eine Viertelstunde freudestrahlend mit Transparent präsentieren: “Ich bin die Umerziehungs-Camp-Chefin-Denn-Ich-Weiss-Dänk-Haargenau-Was-Für-Euch-Gut-Ist-Und-Darum-Bin-Ich-Der-Parklplatz-Terminator”.
Die Amtszeit würde im Flug verstreichen.


walter
30. November 2009, 10:45
Wenn das Klatschheftli Politik machen will, dann ist das etwa so, wie wenn die NZZ der GALA Konkurrenz machen wollte.
domeisen
30. November 2009, 12:30
auf den punkt :)) danke walter :))))