Sie nannten sie Evi
Wir erinnern uns: im Sommer 2010 wollte u.a. auch Eva Nidecker die neue Moderatorin von glanz&gloria werden. Nix da, die völlig unbekannte Sara Hildebrand machte damals das Rennen. Das war für die erfahrene Radiomoderatorin Nidecker zu viel. Im Oktober 2010 machte sie sich aus dem Staub. Das Auswandern gehört ja v.a. bei unseren weiblichen Charcuterie-Vertreterinnen zum guten Ton. Es dauert meist nicht sehr lange, weil es gekoppelt ist mit irgendeinem Praktikum, sei es auf der Botschaft in Manila oder auf einer Bank in London.
Und jetzt raten sie mal, was die Eva Nidecker in Paris gemacht hat. Ganz genau, ein Praktikum bei den «Médecins sans Frontière». Das ist doch mal was Neues, was Sinnvolles. Und vom Blick erfahren wir Aufschlussreiches: «Niemand kannte mich und meine Vergangenheit. Ich war einfach Evi. Wie befreiend!»
Also wir kennen ja ihre Vergangenheit auch nicht wirklich. Doch was soll’s. Zu Beginn dieses Jahres kehrte die Auswandererin dann wieder zurück. Und heuerte gleich bei Radio Energy Basel an. Das ging aber flugs!
Und schwupps wird sie in den Ringier-Medien gleich wieder gefeatured. Zuerst in der «Schweizer Illustrierten», die uns auch vorrechnet, dass von Oktober 2010 bis Januar 2012 eineinhalb Jahre sind.
Und dann ganz besonders im Blick. Sie, die doch so gerne einfach nur Evi war, ist gleich wieder Cervelat Evi. Und warum das wohl? Ganz einfach, weil Radio Energy zu Ringier gehört. Merken Sie was? Ein kritischer und v.a. vielsagender Artikel über «Xenia-ich-kann-alles-und-kenne-jeden» verschwindet stillschweigend vom Netz, macht Platz für einen völlig belagnlosen Artikel zu «Ich-war-einfach-Evi». Aber die Geschichte hat Fortsetzungspotenzial. Es soll nämlich auch ein Mann im Spiel sein. «Aber es ist zu früh, um darüber zu sprechen.», lässt uns Evi wissen.
Das ist doch praktisch. So kann man in zwei, drei Monaten mit neuen Homestories und der Enthüllung der neuen Liebe aufwarten. Also Energy Basel promoten. Ist ja ok, daran ist an sich nichts Verwerfliches. Verwerflich ist allerdings, die eigenen Medienerzeugnisse als unabhängigen Journalismus zu bezeichnen.






