Desperate Housewive
Seit Monaten versucht sie uns weiszumachen, sie sei die beste Mutter auf diesem Planeten. Madame Fielding ist blond genug, um zu glauben, dass sie mit haufenweise Facebook-Bildern von sich und den Kindern Justitia milde stimmen könnte.
Mit dem Supermommy-Act hat sie es kürzlich allerdings etwas gar happig übertrieben, als sie in aller Öffentlichkeit behauptete, sie ziehe den kleinen Halbbruder ihrer Kinder bei sich gross. Die Kindesmutter war alles andere als erbaut ob dieser Dreistigkeit und und schlug mit Madames Waffen zurück: öffentliches Massregeln via Facebook und andere Medien.
Supermommy hatte derweil alle ihre peinlichen Sommerloch-TV-Auftritte auf ihrer “Fanpage” geteilt und konnte nun nicht einfach so zurück rudern. Was tun in dieser verzwickten Situation? Ganz einfach: die als Fanpage getarnte, mit Unwahrheiten gespickte Selbstbeweihräucherung deaktivieren und eine andere Egoseite reaktivieren. Die Taktik leuchtet ein: wann immer Frau es zu bunt treibt, werden die Blüten unter den Teppich gekehrt und dem Betrachter neuer Sand in die Augen gestreut. So erfreut uns derzeit nicht die «Nachrichtensprecherin», sondern die «Person des öffentlichen Lebens» mit ihren Belanglosigkeiten zwischen Dichtung und Wahrheit. «Person des öffentlichen Lebens» trifft es insofern ganz gut, als dass sie ihre Profilierungsneurose öffentlich lebt. Leider.
Nun denn, nach dem exzessiven Mommy-Trip kommt jetzt die «ich bin eine gute Schweizerin»-Schiene.

Vor zehn Jahren haben die Béliers – so nannte sich die jurassische separatistische Jugendbewegung – den im Jahr 1984 entwendeten Unspunnenstein an Shawne als Botschafterin der Expo 0.2 übergeben. Die bildet sich natürlich mächtig was darauf ein und realisiert nicht, dass ihre schon damals ausgeprägte Mediengeilheit den Béliers nur recht sein konnte, um sich selbst wieder mal ein Bisschen im medialen Blitzlichtgewitter zu sonnen. Frau Fielding war Mittel zum Zweck, mehr nicht. Trotzdem muss die alte Geschichte mit SF in unwichtiger Nebenrolle auf dem tollen Blog von Madame zum Grossereignis hoch stilisiert werden. Und auf der Seite der «Person des öffentlichen Lebens» lässt sie uns an ihren fundierten Kenntnissen der Schweizer Geschichte teilhaben.
Wahnsinn, nicht wahr? Der Unspunnenstein ist ein Symbol der Freiheit für den Kanton Jura. Aha.
Der Jura wurde durch Volksabstimmung von 1979 zum eigenständigen Kanton. 1984 wurde der Unspunnenstein gestohlen. Da hatte der Jura seine «Freiheit» schon seit fünf Jahren. Die Tat von 1984 war ein Jungendstreich einer doch so gerne immer noch aufmüpfigen Bande. Und der Unspunnenstein ist v.a. ein Symbol für Brauchtum und Volkskultur. Aber eben, das ist so eine Sache, wenn man der hiesigen Sprache auch nach zig Jahren Anwesenheit nicht mächtig ist.
Auch ganz schön übrigens das bescheidene Statement «I’m going to see if I can find an old unglamorous photo of me and the stone for you…». Sagte es und öffnete den Ordner “Me, myself and stone”.
Hier noch ein kleiner Tip: falls künftige Blogeinträge zum Sorgerechtsstreit mit Lokalkolorit verschönert werden sollen, wäre der Berner Gerrechtigkeitsbrunnen ein dankbares Sujet.
Aber Achtung: ja nicht mit dem Kindlifresserbrunnen verwechseln! 







