Klatschheftli.ch

Home |

Pimp my CV

Von

Ernsthafte Konkurrenz

Die Zeitschrift «Schweizer Monat» will sich offenbar wieder mal einem breiteren Publikum in Erinnerung rufen. Anders können wir uns die Titelgeschichte der Dezember Ausgabe einfach nicht erklären: ein langes Interview mit Xenia Tchoumitcheva.

Unsere Überväter und -mütter der masslosen Selbstüberschätzung – Roger Schawinski, Frank A. Meyer und Shawne Fielding – müssen sich ganz warm anziehen, denn Xenia räumt das Feld von hinten in einem Tempo auf, dass den älteren Herren und der besoffenen Dame bald schwindlig werden dürfte.

Was sie da von sich gibt, übertrifft alles Bisherige, alles! Wir wollen hier nur eine kleine Auswahl an absoluten Leckerbissen dartun. Wer das ganze Interview lesen möchte (und wir empfehlen dies wärmstens), kann das hier tun.

Allein schon der Auftakt ist ein Paukenschlag der Sonderklasse. Auf die Einstiegsfrage, weshalb sie jeden Monat eine Kolumne für den «Schweizer Monat» schreibe, antwortet das junge Ding:
«Ganz einfach: in Ihrem Magazin treffe ich auf ein breites Zielpublikum, das sich von meiner gewöhnlichen Fanbasis unterscheidet. Es gibt da Professoren, Politiker, Kreative, die sich für das interessieren, was ich denke. Unternehmer und Leute aus der Finanzindustrie, die meinen Track Record kennen.»
Also wir kennen schon ein paar Professoren, auch Politiker und Kreative erst recht. Es ist uns aber noch gar nie aufgefallen, dass die sich für irgend etwas im Zusammenhang mit Xenia interessieren würden. Die meisten wissen nicht einmal, wer das ist. Wozu auch. Und welchen Track Record?

Als sie dann viel weiter unten darauf angesprochen wird, dass der von ihr gelesene Nietzsche auch nicht eben vor Lebensfreude strotzte, meint sie dazu selbstsicher:
«Aber er hat sich einen zynischen Blick auf die Welt antrainiert, in dem ich mich zuweilen wiedererkenne. Wenn ich seine Texte lese, höre ich mich oft zu mir selber sagen: mein Gott, dieser Mann bringt das, was ich immer schon dachte, perfekt auf den Punkt! Dasselbe Lektüreerlebnis habe ich zuweilen auch bei Schopenhauer. Diese Klarheit des Denkens, die beeindruckt mich.»
Verstehen Sie die Tragweite dieser Aussage? Eine Ex-Vize-Miss und Serienpraktikantin setzt sich selbst auf die Stufe von zwei ganz grossen deutschen Denkern und Philosophen. Das löst geradezu eine Welle der Sympathie aus, finden Sie nicht auch?

Und nun kommen wir zu ihrem familiären Hintergrund. Einer Unternehmerfamilie würde sie entstammen. Da denkt man doch gleich an ihre russischen Vorfahren, welche zu Zeiten der russischen Zaren erfolgreiche Geschäfte tätigten. Weit gefehlt!
«Meine Grossmutter väterlicherseits war eine eiserne Frau, stark, bestimmt, von grosser Willenskraft. Sie hat in Magnitogorsk im Südural zu Zeiten der Sowjetunion eine grosse Fabrik geleitet.»
Unternehmer in der Sowjetunion? Nö, sorry. Im Gegensatz zu Xenia haben wir den eisernen Vorhang hautnah miterlebt. Da gab es keine Unternehmer. Da gab es nur Bürokraten und Technokraten. Und ein gepeinigtes Volk, welches die realitätsfremden Wirtschaftspläne der dogmatischen Parteibonzen in die Tat umsetzen musste.

Aber damit nicht genug, sie setzt noch einen oben drauf:
«Ihr Sohn, also mein Vater, war ebenfalls Unternehmer in der Stahlbranche, zuerst in der Sowjetunion, später, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, in der Schweiz.»
Noch einmal zum Mitschreiben: Unternehmer gründen und führen privatwirtschaftliche Unternehmen. Die Sowjetunion kannte keine Privatwirtschaft, es wurde alles verstaatlicht, als die Bolschewisten an die Macht kamen.

Und dann kommen wir wieder zu unserem Lieblingsthema, ihre Karriere als Investmentbankerin. Dieses Mal erklärt sie uns, weshalb sie den Dienst bei JP Morgan quittiert hat:
«Dieses Dasein ist nicht für mich gemacht, und deshalb habe ich meinen Dienst quittiert. Ich arbeitete hart, und ein Grossteil dessen, was ich in der kurzen Zeit meiner Anstellung an Mehrwert generieren konnte, ging in die Kasse der Bank. Das widerspricht meinem Leistungsdenken. Wenn ich Mehrwert schaffe, dann will ich auch, dass dieser Mehrwert mir zukommt. Das Jahr bei JP Morgan hat mich dennoch weitergebracht.»
Sie war zwei, höchstens drei Monate bei JP Morgan, nicht ein Jahr. Das ist schlicht und einfach gelogen. Das widerspricht meinem Leistungsdenken…doch kommen wir zum Mehrwert – Mehrwert für ein globales Finanzinstitut in zwei Monaten? Mädel, Praktikanten kosten Firmen Geld, das ist eine Investition in die Zukunft, in der Hoffnung, dass Sie mal Mehrwert generieren werden, aber doch nicht in zwei Monaten…also bitte, strapaziere doch unsere Geduld nicht ungebührlich!

Wenden wir uns noch Hollywood zu:
«ich habe schon Filme gemacht, und ich kenne da mittlerweile einige interessante Leute. Aber ich bin keine geborene Schauspielerin und habe bisher auch nicht ein halbes Leben in diesen Beruf investiert. Meine schauspielerischen Möglichkeiten sind beschränkt.»
Dem stimmen wir unumwunden zu. Aber beschränkt bezieht sich doch nicht bloss auf die schauspielerischen Möglichkeiten? Mädchen, Mädchen, wo bleibt dein klares Denken à la Schopenhauer?

So, das kann nur noch mit dieser Aussage abgerundet werden:
«Ich bin nicht nur das Showgirl, sondern habe auch eine intellektuelle Seite.»
Wer die ganze Zeit von seiner intellektuellen Seite schwafelt, hat genau diese eben nicht. Oder kennen Sie eine(n) Intellektuelle(n), die/der dieses Attribut immer wieder hervorheben muss? Ausser natürlich Roger Schawinski, Frank A. Meyer oder Shawne Fielding. Eben.


Von

Die Zwillingsschwester

Können Sie sich an den diesjährigen Aprilscherz von unserem Tom Winkler erinnern?

Gerade mal knappe acht Monate hat sie es ausgehalten und jetzt tingelt sie wieder frohgemut durch unsere Boulevard Medien. Dieses Mal geht es aber nicht um ihr Buch und auch nicht um die Indianer, dieses Mal geht es bekanntlich darum, dass sich Gotthard erdreistet haben, ihren neuen Sänger anzukündigen, ohne die Freundin (nicht Witwe, wie es immer wieder heisst) von Steve Lee um Erlaubnis gebeten zu haben. Immerhin hat die ganze Band ihre Hanynummer!

Ob die Jungs ihre Handynummer tatsächlich noch haben, ist aber mehr als fraglich nach dem ganzen Theater, das die Selbstdarstellerin seit dem Unfall im vegangenen Jahr inszeniert hat. Der SI gegenüber sprechen sie jedenfalls Klartext!

Aber das ist so eine Sache, wenn man sich konsequent überschätzt und viel zu wichtig nimmt.
Actress? Klingelt’s bei Ihnen, wer ihre Zwillingsschwester sein könnte?
Gut, Shawne kann natürlich noch viel mehr, als die Balzarini, aber Shawne ist ja auch «highly educated» mit ihrem BA of Arts. Da kann die Balzarini natürlich nicht mithalten. Die kann ja nicht einmal den Namen ihrer ehemaligen Schule richtig schreiben.

Abschliessend erteilen wir das Wort noch einmal unserer Protagonistin:

In diesem Sinne hoffen wir inbrünstig, dass sie endlich weiss, dass jetzt der richtige Moment ist, die Klappe zu halten.


Freitag, 25. November 2011, 07:00
Von

Die 5. Dimension

Derzeit schwafelt die ganze Esoterik-Szene von 2012 und dem Aufstieg in die fünfte Dimension. Wir haben keine Ahnung, worum es geht, aber seit diesem Interview mit Nadine Strittmatter fängt es an, uns zu dämmern.

Auf die Frage, wo sich Strittplatte in zehn Jahren sieht, kommt diese aufschlussreiche Antwort: «Pendelnd zwischen meinen zwei Wohnsitzen in der Schweiz und in Los Angeles mit Familie und Kindern. Etabliert im Filmbusiness und mit einer eigenen Foundation.»

Das ist wirklich eine neue Dimension. Während unsere Ex-Missen, Ex-Vize-Missen, Ex-Miss-Kandidatinnen etc. damit Vorlieb nehmen, sich als Model, DJ, Moderatorin, “Schauspielerin”, Renata-Anghern-Kartei-Leiche und ähnlichem durch die Boulevard-Medien zu schlagen, will das alternde Model sich in Hollywood etablieren. Nichts einfacher als das. Schliesslich kriegt sie Ratschläge von Freunden, die im Filmbusiness tätig sind. Die neue Sofia Coppola sozusagen.

Aber was uns noch besser gefällt: Strittplatte will ihre eigene Foundation. Weil das gehört in Hollywood einfach zum guten Ton unter den Mächtigen und Erfolgreichen. Das muss die fünfte Dimension sein.

Aber bekanntlich ist ja der Weg das Ziel. Auftritte am Zurich Filmfestival…
…oder am Festival von Cannes zeigen klar in die richtige Richtung. Und wenn Frau sich dann an der “Who-is-who-Glücksrad-Party” stundenlang mit dem “Ich-investiere-in-alles-weil-ich-hab-viel-Kohle-geerbt”-Unternehmer Patrick Liotard-Vogt im Séparée verzieht, kann das nur heissen, dass dort ganz heisse Hollywood-Pläne geschmiedet worden sind. Oder wozu hätte sich Strittplatte sonst eine Hütte im Aargau gekauft?


Mittwoch, 09. November 2011, 07:00
Von

Management by Remote Control

Neulich hat eine kleine Schlagzeile auf blick.ch unsere Aufmerksamkeit geweckt:

Die in New York wohnhafte Angela Martini ist nun also General Manager einer internationalen Modelagentur. Alle Achtung! Während andere Models sich ins Filmbusiness verabschieden, oder Bankerin und dann doch wieder nicht Bankerin und dann wieder Bankerin sind, widmet sich Angela Martini nunmehr der Firmenführung. Zumindest suggeriert uns das ihr Titel “General Manager”.

Etwas kapieren wir allerdings nicht ganz. Wie kann man aus New York eine Agentur managen, die im albanischen Modegeschäft tätig ist und ihre Präsenz in Zürich, Tirana und Prishtina hat?

Und wie wird sie es erst handhaben, wenn in Tirana, Prishtina und Spreitenbach gleichzeitig eine Modeschau in einem Einkaufszentrum stattfindet?


Dienstag, 08. November 2011, 07:00
« Newer PostsOlder Posts »

Namen

Kategorien

Archiv

Heutiges Schnäppli in Zürich

klatschheftli.ch und deindeal.ch empfehlen heute:

Atelier SartorianiCHF 498.- statt CHF 1900.- für deinen Massanzug von Sartoriani – in England geschneidert und einmalig! 3 massgeschneiderte Hemden ebenfalls erhältich.

Execution date Dein Deal: 2012-05-17, 20:05

Neuste Kommentare

  • huch… die website von ramba-zamba-möneli ist wirklich ein erlebnis! ich...
  • neben der kakerlake steht ein krabbelvich, dass mich irgendwie an einen...
  • Vermute der Rückzug (wahrscheinlich nur temporär) hat Verfahrens-taktische Gründe...
  • Immerhin brachte sie kürzlich an einer baur au lac küchenparty wieder ihr...
  • Gibt es eigentlich ein Klatschheftli.ch-Cervelat-Prom inenz-Marktwert-Analyse-T...
  • @das muss mal raus: Weisst Du, was mal raus muss? ‘Seid’ ist die...
  • @s.l.k.: Aloha Cardinale? Also zu Deutsch: Hallo Bier?
  • Links




    Redaktion

    blogoscoop