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Missen Dissen

Das Geheimnis um Julia F.

Frau Flückiger hat sich mit ihrer Post an den Blick wieder in den Fokus der Medien katapultiert. Nur logisch, dass die Medien ihren Lesern mehr über die passionierte Briefeschreiberin erzählen möchten. Nur wissen die Leser meist bereits mehr als die Boulevard-Presse und das teilen sie klatschheftli.ch dann auch gerne mit. So auch bei Flückiger. Ein aufmerksamer Leser hat uns darauf hingewiesen, dass es in letzter Zeit um die transsexuelle professionelle Casting-Show-Teilnehmerin Lorielle London (DSDS, Dschungelcamp, Big Brother…) ziemlich ruhig geworden ist. Wir wissen nun weshalb!

Lorielle London hat erneut ihren Namen gewechselt. Sie nennt sich nun Lorielle Flückiger. Die folgenden Bilder lassen keine Zweifel offen:

Erkennt jemand einen Unterschied zwischen dem ersten und dem letzten Bild!? Eben.


Montag, 30. April 2012, 06:00
Von

Post vom Blick!

Gestern haben wir einen Brief erhalten. Also nicht wirklich. Der Brief war für uns gedacht, ging aber an den Blick, der ihn natürlich sofort genüsslich publizierte. Der Brief beginnt mit der Anrede «Geschätzte Kritiker der Miss-Schweiz-Wahl». Dass wir von der Absenderin geschätzt werden, bezweifeln wir. Wie auch immer, Absenderin des Pamphlets ist die amtierende Vize-Miss Julia Flückiger. Genau, das ist die, die präsenter ist, als Miss Ranzenschacher (der ist nicht von uns, sondern von unseren kreativen Lesern!).

Im BaA hat es die Vize-Miss dank ihrer Tirade sogar auf die Titelseite geschafft.
Was ist falsch an dieser Headline? Genau, die Flückiger hat gar kein Krönchen…

Anyway, Julia stimmt uns vollumfänglich zu: «Ich stimme Ihnen zu, ich mag auch keine Menschen, die sich per se und mit absoluter Talentfreiheit nur über ihren Titel profilieren.»

Sehr respektvoll, dass sie uns dabei siezt, wäre wirklich nicht nötig gewesen. Komisch nur, dass sie nach diesem sympathischen Eingeständnis eine Lanze – oder sollten wir schon sagen, einen Zweihänder? – für die Misswahl bricht. Und sich betont beleidigt gibt.
Das ist jetzt schon etwas blöd. Madame beschwert sich darüber, dass die (meistens von uns publik gemachten) Unzulänglichkeiten moniert werden, und bedankt sich dann für «dass Kompliment».

Q.E.D.

Und zum Schluss wirft sie uns dies an den Kopf:
Das verstehen wir jetzt gar nicht. Wir machen doch seit über drei Jahren etwas Sinnvolles! Wir setzten uns mit Herzblut dafür ein, dass die Mutter aller unnötigen Veranstaltungen endlich abgeschafft wird. Und wir kommen unserem Ziel Schritt für Schritt näher.

Übrigens, eine Erklärung dafür, warum man die Miss Schweiz Wahl beibehalten sollte, bleibt uns die Ungekrönte schuldig. Sie meint bloss, dass die Miss Wahl «in der momentan vorherrschenden neoliberalen Strömung nichts mehr zu suchen hat». Klingt gut, nicht? Keine Ahnung, was sie damit sagen will, aber das Wort «neoliberal» wurde vermutlich in der letzten Vorlesung thematisiert.

Den lesenswerten Brief gibt es hier.


Samstag, 28. April 2012, 06:00
Von

Wo waren sie bloss?

Am letzten Freitag fand im Hallenstadion wieder mal die «Energy Fashion Night» statt. Das Geschäftsmodell dahinter ist uns allerdings schleierhaft. Die Eintritte können nicht gekauft werden, sondern werden verlost. Die ganzen Kosten bleiben folglich bei Energy bzw. Ringier hängen. Oder greift der Presenting Sponsor Mercedes-Benz derart tief in die Tasche? Für ein Bisschen Product Placement an einer Veranstaltung mit dem vermutlich völlig falschen Zielpublikum. Wer an eine Veranstaltung geht, für die er/sie den Eintritt gewonnen hat, um sich «bezahlbare Mode verschiedener Labels» anzuschauen, gehört nicht zwingend zum Kernsegment der Mercedes-Käufer.

Wie auch immer, wenn der Faktor Ticketcorner aus der Ringierschen Verwertungskette schon nicht zum Zug kommt, hätten wir erwartet, dass andere Bereiche, allen voran Pool Position, sich in Szene setzen würden. Weit gefehlt. Die Cervelat-Ausbeute war sehr bescheiden!

Miss Unsichtbar aka Schubkarre mit Bubi Freund…
…die amtierende Freundin vom Mister Schweiz, begleitet vom Freund…
…oder auch ein paar trällernde Casting-Teilnehmerinnen…

Eine einzige Ex-Miss haben wir entdeckt. Eine einzige! Aber keine Ex-Vize-Missen, Ex-Miss-Wahl-Teilnehmerinnen, keine Miss Zürich, kein Ex-Moneygirl, keine Wetterfee und insbesondere keine SRF Angestellten! Stellt euch vor, es ist Energy Fashion Night und Fruchly geht nicht hin. Alarmierend finden wir das, sehr alarmierend. Oder war das bewusst, um die eigenen Moderatoren mehr ins Zentrum zu rücken, sie zu positionieren, um sie dem Staatssender für einen lukrativen Transfer schmackhaft zu machen?

Eine ganz grosse Persönlichkeit habe wir dann doch noch entdeckt: ___________________________.
Der Abend war also doch noch ein Erfolg.


Von

Bloss nicht Big Sister!

Unsere Übermiss, Melanie Winiger, meldet sich wider mal zu Wort. All zu viel hört man ja nicht von ihr, und das ist eigentlich auch noch sympathisch. Zudem ist sie die wohl einzige Ex Miss, deren Aktivitäten man halbwegs ernst nehmen kann. Im Gegensatz zu allen anderen Möchtegern-Moderatorinnen und -Schauspielerinnen hat sie doch schon in einigen Produktionen Hauptrollen gespielt und tritt regelmässig als Moderatorin auf, neulich beispielsweise an irgend so einer Nike Sause bei Jelmoli, wo sie mit Pingu reden durfte.

Nach dem Jahrhundertdrama «Absage Miss Schweiz Wahl» meldet nun auch sie sich zu Wort. Der SI hat sie ein paar bemerkenswerte Statements abgegeben.

Wie ihre Kollegin Christa Rikozzi, ist auch Mel der Meinung, wir bräuchten die Wahl, weil wir keine Adligen und Prinzessinnen hätten und der Glamour-Faktor hierzulande folglich sehr tief sei. Aha, da haben wir es wieder, dieses typische Missen-Gen. Auch 16 Jahre nach der eigenen Wahl immer noch davon überzeugt sein, man bringe unserem Land Glamour, das ist eigentlich schon chronisch krank.

«Jetzt zu sagen ‹diesen Seich braucht man nicht› ist ein Tritt von hinten, wie ein Messer in den Rücken. Über unsere Trennungen, Abstürze, Depressionen oder was auch immer zu berichten, fanden sie aber lässig.» Mit «sie» sind natürlich die bösen Medien gemeint. Es stellt sich jetzt einfach die Frage, wer für wen wichtiger ist. Klar, unsere Kritik am inzestuösen Gehabe unseres Staatsfernsehens und des Ringier Konzerns mit unseren Schwachstrom Promis ist ja bekannt. Trotzdem sind wir der Meinung, dass wer an einer Miss Wahl teilnimmt, dies tut, um um jeden Preis ins Rampenlicht zu gelangen, um «berühmt» zu werden. Die wollen alle, dass über sie berichtet wird. So oft wie möglich. Es gibt Exponentinnen, bei denen hat das bekanntlich pathologische Züge angenommen. Das dann auch über ihre «Trennungen, Abstürze, Depressionen» berichtet wird, gehört doch zum Missen-Geschäft.

Dann macht Melanie einen ganz wertvollen Vorschlag: «Alle Kandidatinnen in ein Haus stecken, damit die Zuschauer ein Gefühl bekommen, welche Charakteren die Frauen besitzen.» Will heissen, sie will aus einer einmaligen Wahlnacht, die so schon nur schwer zu ertragen war, ein Missen Big Brother machen! Und das vermutlich gebührenfinanziert. Heiliger St. Glotzius, bitte bewahre uns davor.

«Ein bisschen Drama, Streit und Haare reissen, das wäre in der Gesellschaft viel eher gefragt. Leider.» Was heisst hier leider? Die Missen bedienen doch genau dieses Zielpublikum. Leute, die sich Big Sister anschauen würden, haben sich doch auch die Wahl am Fernsehen ernsthaft rein gezogen.

Und die Mel würde sofort wieder an dieser Viehschau mitmachen, dass Missen Jahr sei eines der schönsten ihres Lebens gewesen. Und dies trotz der Tatsache, dass es ihrer Schauspielkarriere nicht eben förderlich war: «Es war schwierig zu zeigen, dass ich etwas kann.» Typische Missen-Logik…

Nebst uns hat noch mindestens eine Person die SI gelesen heute: Christa Rikozzi.

Die hat nämlich in einem Interview mit Radio1 heute Morgen die Vorschläge von Mel 1:1 nachgeplappert, aber nicht etwa als Vorschläge der Winiger. Und wie wir ja schon länger wissen, findet sie die Miss Wahlen sehr bedeutungsvoll. «Wir abe keine richtige Prominente in der Schweiz». Mag stimmen oder auch nicht. Wir sagen eher nicht. Aber die, die wirklich prominent sind, halten sich typisch schweizerisch zurück, meiden das Rampenlicht. Und die, die sich vor jede Kamera schmeissen, das sind in der Tat «keine richtige Prominente». Und genau die braucht es nicht. Hat es nie gebraucht, wird es nie brauchen. Wir bleiben bei unserer Losung: «Miss Schweiz? Nein Danke!»


Dienstag, 24. April 2012, 06:00
Kategorie: Frauen, Missen Dissen
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