Unsere Übermiss, Melanie Winiger, meldet sich wider mal zu Wort. All zu viel hört man ja nicht von ihr, und das ist eigentlich auch noch sympathisch. Zudem ist sie die wohl einzige Ex Miss, deren Aktivitäten man halbwegs ernst nehmen kann. Im Gegensatz zu allen anderen Möchtegern-Moderatorinnen und -Schauspielerinnen hat sie doch schon in einigen Produktionen Hauptrollen gespielt und tritt regelmässig als Moderatorin auf, neulich beispielsweise an irgend so einer Nike Sause bei Jelmoli, wo sie mit Pingu reden durfte.

Nach dem Jahrhundertdrama «Absage Miss Schweiz Wahl» meldet nun auch sie sich zu Wort. Der SI hat sie ein paar bemerkenswerte Statements abgegeben.
Wie ihre Kollegin Christa Rikozzi, ist auch Mel der Meinung, wir bräuchten die Wahl, weil wir keine Adligen und Prinzessinnen hätten und der Glamour-Faktor hierzulande folglich sehr tief sei. Aha, da haben wir es wieder, dieses typische Missen-Gen. Auch 16 Jahre nach der eigenen Wahl immer noch davon überzeugt sein, man bringe unserem Land Glamour, das ist eigentlich schon chronisch krank.
«Jetzt zu sagen ‹diesen Seich braucht man nicht› ist ein Tritt von hinten, wie ein Messer in den Rücken. Über unsere Trennungen, Abstürze, Depressionen oder was auch immer zu berichten, fanden sie aber lässig.» Mit «sie» sind natürlich die bösen Medien gemeint. Es stellt sich jetzt einfach die Frage, wer für wen wichtiger ist. Klar, unsere Kritik am inzestuösen Gehabe unseres Staatsfernsehens und des Ringier Konzerns mit unseren Schwachstrom Promis ist ja bekannt. Trotzdem sind wir der Meinung, dass wer an einer Miss Wahl teilnimmt, dies tut, um um jeden Preis ins Rampenlicht zu gelangen, um «berühmt» zu werden. Die wollen alle, dass über sie berichtet wird. So oft wie möglich. Es gibt Exponentinnen, bei denen hat das bekanntlich pathologische Züge angenommen. Das dann auch über ihre «Trennungen, Abstürze, Depressionen» berichtet wird, gehört doch zum Missen-Geschäft.
Dann macht Melanie einen ganz wertvollen Vorschlag: «Alle Kandidatinnen in ein Haus stecken, damit die Zuschauer ein Gefühl bekommen, welche Charakteren die Frauen besitzen.» Will heissen, sie will aus einer einmaligen Wahlnacht, die so schon nur schwer zu ertragen war, ein Missen Big Brother machen! Und das vermutlich gebührenfinanziert. Heiliger St. Glotzius, bitte bewahre uns davor.
«Ein bisschen Drama, Streit und Haare reissen, das wäre in der Gesellschaft viel eher gefragt. Leider.» Was heisst hier leider? Die Missen bedienen doch genau dieses Zielpublikum. Leute, die sich Big Sister anschauen würden, haben sich doch auch die Wahl am Fernsehen ernsthaft rein gezogen.
Und die Mel würde sofort wieder an dieser Viehschau mitmachen, dass Missen Jahr sei eines der schönsten ihres Lebens gewesen. Und dies trotz der Tatsache, dass es ihrer Schauspielkarriere nicht eben förderlich war: «Es war schwierig zu zeigen, dass ich etwas kann.» Typische Missen-Logik…
Nebst uns hat noch mindestens eine Person die SI gelesen heute: Christa Rikozzi.

Die hat nämlich in einem Interview mit Radio1 heute Morgen die Vorschläge von Mel 1:1 nachgeplappert, aber nicht etwa als Vorschläge der Winiger. Und wie wir ja schon länger wissen, findet sie die Miss Wahlen sehr bedeutungsvoll. «Wir abe keine richtige Prominente in der Schweiz». Mag stimmen oder auch nicht. Wir sagen eher nicht. Aber die, die wirklich prominent sind, halten sich typisch schweizerisch zurück, meiden das Rampenlicht. Und die, die sich vor jede Kamera schmeissen, das sind in der Tat «keine richtige Prominente». Und genau die braucht es nicht. Hat es nie gebraucht, wird es nie brauchen. Wir bleiben bei unserer Losung: «Miss Schweiz? Nein Danke!»