Liebe Miteidgenossen, innen und aussen, haltet inne, wenn der Christoph spricht
«Liebi Miteidgenossine, Liebi Miteidgenosse, Schwiizerinne und Schwiizer, liebi Fraue und Manne, […]»
Den 719. Geburtstag hat die Schweiz, ähm, die Eidgenossenschaft, also die Innerschweizer, also… hm… wir, öhhhm… Die Schweizer haben gestern ihren 719. Geburtstag feiern dürfen. Zeit, um in sich zu gehen und sich seiner Werte, also der Werte der Gründerväter, der Urschweizer quasi, beziehungsweise der Alten Eidgenossen, sicher nicht Schweizer, weeeeil… weil die Gründerväter von 1291 und deren Nachkommen bekamen ja vor knapp 600 Jahren von deutschen Chronisten den Stempel «Schweizer» auf die Stirn gedrückt, und das mochten die (Eidgenossen der ersten Stunde) gar nicht, und… ähm, wo war ich stehen geblieben? Hmmm… ah ja! Es ist an der Zeit, sich seiner Werte bewusst zu werden. Der Christoph ist sich seiner Werte sehr bewusst. Und sein Wissen teilt er am liebsten aber nicht nur am jeweils 01. August mit seinen Landsleuten.
Das Selbstbestimmungsrecht des Volkes, also die direkte Demokratie, ist des Genossen grösster Stolz. Die Demokratie ist ja quasi eine Schweizer Erfindung (wie Sinalco), sieht man von ersten Versuchen (z.B. im 5. Jahrhundert v. Chr.) mal ab. Mit dem Frauenstimmrecht verhält es sich ähnlich, dürfen doch in der Schweiz seit 1990 alle Frauen zur Urne.
Wenn man dem Christoph zuhört, könnte man meinen, er wolle einen Allmachtsanspruch erheben, weil er, der er ein Schweizer ist, im positiven Sinne anders tickt und denkt als der Rest der Welt. Man könnte meinen, er vertrete den einzig wahren Glauben, wenn er zu uns, die wir sein Volk sind, predigt.
Aber der Christoph ist nicht anders, als all die andern. Auch der Herr Blocher weiss, wo des Menschen Ursprung liegt.
Und auch den fleissigsten und von seiner Sache und seinen Anliegen beseeltesten Prediger überkommen dann und wann Zweifel.
Ja, wir Menschen, so verschieden wir auch sind in unserem Denken, sind eben doch alle aus demselben Holz geschnitzt. So zeigt auch der politische und ideologische Feind ähnliche, um nicht zu sagen dieselben Verhaltensmuster.
Letztlich zählt eben doch bloss die Liebe. Das weiss nicht nur der Kai, das weiss auch der Christoph.
PS: Wer bei Blochers Rede hinter der Kamera gestanden bzw. Regie geführt hat, sollte sich in Hollywood versuchen. Die Chancen, schon bald bei millionenschweren Produktionen Regie zu führen, stehen gut, vermögen die ausgeklügelten Kamerafahrten Blochers Worten immense Kraft zu verleihen und setzen unseren wohl talentiertesten Rhetoriker der Gegenwart meisterlich in Szene.










